Schild: Slalom-Silber als Entschädigung für Kombi-Pech
- Einstige Abfahrerin von fünf Knie-Operationen fast gestoppt
- PLUS: Gratulieren Sie unseren Mädels zu den zwei Medaillen!
·Silber & Bronze
Schild & Hosp hinter WM-Star Kostelic
·Damen-Slalom
Ergebnis: Kostelic vor Schild & Hosp
·Super, Mädels!
Gratulieren Sie jetzt Marlies & Niki!
·Königin Janica
Kostelic auch in St. Moritz der Star
·DIE STIMMEN
Reaktionen zum Slalom der Damen
·Silber-Lady
Kurzer Steckbrief von Marlies Schild
·Silber&Bronze
Kurzer Steckbrief von Nicole Hosp
Selbst die "geschlagene" Nicole Hosp freute sich mit ihrer einstigen Schulkollegin. Fünf Tage nach den bitteren Tränen über das um zwei Hundertstel verpasste Kombi-Bronze strahlte Marlies Schild am Samstag unter dem tiefblauen Himmel von St. Moritz über das ganze Gesicht. Vizeweltmeisterin im Slalom, geschlagen nur von der überragenden Janica Kostelic. "Das ist eine tolle Entschädigung für die Kombi. Ich bin überglücklich", jubelte Schild.
Erst durch einen zweitägigen Heimat-Urlaub hatte Schild die Enttäuschung von der Kombination weg gesteckt. "Radfahren und viel Schlafen", hieß das Rezept, die Parole vor dem Slalom lautete: "Wenn dir alles egal ist, fährst du am besten." Zwar sei da schon etwas Nervosität gewesen, "am Start war ich dann aber doch total locker". Sie nutzte Startnummer eins optimal aus. "Wahnsinn. Meine erste WM, ich hätte nicht gedacht, dass es jetzt schon mit einer Medaille klappen könnte."
WM-Silber ist wahrlich eine tolle Belohnung für einen langen Leidensweg. Fünf Operationen im linken Knie hat die 21-jährige Saalfeldenerin hinter sich. Die erste Verletzung passierte der einstigen Abfahrerin schon 1994, der letzte "Totalschaden" im Dezember 2000 beim Europacup-RTL in Chamonix. Trotzdem schaffte sie es ins Weltcup-Team, wenn auch als Slalomspezialistin "wider Willen". "Es war die leichteste Möglichkeit, zurück zu kommen", so die Stams-Maturantin. Gleich bei ihrem ersten Weltcup-Slalom im Dezember 2001 fuhr sie in die Punkte.
Nicht zuletzt deshalb, weil wegen der permanenten Verletzung ein Privattrainer engagiert und vom Vater, Geschäftsführer einer Schotterfabrik in Saalfelden, aus der eigenen Tasche bezahlt worden war. Stefan Bürgler ist mittlerweile ÖSV-Coach, "aber wir sprechen natürlich noch immer eine Menge miteinander", so Schild, eines von vier Kindern. Der ältere Bruder Josef, wie Marlies in Admont geboren und daher mit reichlich Steirerblut ausgestattet, fährt selbst im Europacup. Schwester Bernadette (13) bestreitet auch Rennen, der jüngste Bruder, Lukas, ist zehn.
Die selbst von Verletzungen gepeinigte Teamkollegin Sabine Egger lobte in St. Moritz die vorbildhafte Konsequenz von Schild. "Wahrscheinlich, weil ich eine bin, die sich immer zurück gekämpft hat. Ich mache alles gezielter und konsequenter." Schild ist die einzige "Überlebende" der jungen Slalomtruppe, die vor einem Jahr nach dem olympischen Salto Nullo noch ausgelacht worden war. Seit St. Moritz ist sie die Chefin der Slalom-Truppe.
Geblieben sind aber Knorpelschäden, die nun mit einer Aufbaukur im Frühjahr behandelt werden sollen. Um wieder dorthin zurück zu kehren, wo die Allroundern vor Jahren schon war. Schild: "Ich steh ja auf die schnellen Disziplinen!"
