Pranger motiviert sich am Start mit "Urschreien"
- Manche Rivalen sehen darin Lärmbelästigung
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Es ist nichts Neues, dass Ski-Rennläufer vor dem Start unter Strom. Bei Manfred Pranger wird dies besonders deutlich: Seine "Show" vor Beginn der Rennen ist mittlerweile wohl bereits allseits bekannt und wird auch am Sonntag im Rahmen des WM-Slaloms von St. Moritz für Aufsehen sorgen. Doch der Tiroler weiß auch, dass seine Urschreie zur Eigenmotivation ("Kämpfen", "Vorne bleiben!", "Aufrecht bleiben!",...) nicht überall so gut ankommen.
Einige Konkurrenten schütteln nur schmunzelnd den Kopf, doch andere beschweren sich wegen der "Lärmbelästigung". "Sollen sie mich doch ruhig auslachen. Ich tu das, weil ich es brauche, und nicht um eine Show zu machen oder irgendjemanden zu stören", erklärte der 25-Jährige, der am Sonntag in der Schweiz beim WM-Abschluss zum breiten Favoritenkreis gehört. Die Beschwerden einiger Rivalen lassen Pranger, der durch seine "Zeremonie" technischen Fehlern vorbeugen will, kalt: "Es steht in keinem Reglement der Welt, dass ich das nicht darf."
Der Mann aus Gschnitz praktiziert sein Ritual seit drei bis vier Jahren und fährt damit ausgezeichnet. Zu einem Weltcup-Stockerlplatz hat es zwar (oft hauchdünn) noch nicht ganz gereicht, im laufenden Slalom-Weltcup liegt Pranger aber auf Rang fünf und somit mitten in der Weltspitze. ÖSV-Slalom-Chef Gert Ehn ist jedenfalls der Meinung, dass es schon bald für Pranger klappen wird: "Pranger ist reif fürs Podest." Und vielleicht lacht dann schon am Sonntag Pranger selbst mit einer WM-Medaille um den Hals die Konkurrenten aus.
