FIS-Boss Kasper zog vorläufige Bilanz "seiner" WM
- Positiv: Zuschauer, 30er-Regel und "König Miller"
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FIS-Präsident Gian-Franco Kasper hat am Freitag eine vorläufige Schlussbilanz der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz gezogen. Der große Ski-Boss, selbst Sohn der WM-Region Engadin, strich dabei vor allem die perfekte Organisation, die übertroffenen Zuschauererwartungen, die positiven Auswirkungen der 30er-Regel sowie das gelungene Auftreten der so genannten Exoten hervor und kürte gleichzeitig Bode Miller zum "Ski-König von St. Moritz".
Kasper strahlte nach seiner "Heim-WM" mit der Engadiner Sonne um die Wette und enthüllte dann sogar, dass er sich Olympische Spiele mit St. Moritzer Beteiligung vorstellen könne. "St. Moritz hat bewiesen, dass man sportliche Großveranstaltungen perfekt über die Bühne bringen kann. Ich würde voll und ganz hinter etwaigen Initiativen stehen", erklärte Kasper, der seiner Heimat vorwarf, in den vergangenen Jahren geschlafen und die Schweiz dadurch in ein schlechtes Licht gerückt zu haben - nun sollen neue Zeiten anbrechen, nicht zuletzt auch dank der gemeinsam mit Österreich an Land gezogenen Fußball-EM 2008.
Festival nach einem langsamen Start
Apropos Österreich - die Zuschauerzahlen der WM in St. Anton vor zwei Jahren seien zwar unerreichbar gewesen, mit bis Sonntag erwarteten 160.000 Fans (aktueller Stand vor den Slaloms: 138.000) habe man aber die vor der WM als Ziel gesetzten 100.000 Besucher klar übertroffen. Nicht zuletzt auch dank des Schönwetters, das nach den bitterkalten ersten Tagen eingesetzt hatte. "Nach langsamem Beginn wurde es doch noch ein echtes Ski-Festival", so Kasper über die steigende Stimmung im Zielraum.
Bode Miller ist der WM-König
Nicht nur für Kasper heißt der WM-König Bode Miller. Die bisher drei Medaillen (zwei Mal Gold, ein Mal Silber) des US-Amerikaners bereiteten dem mächtigsten Mann im Ski-Zirkus viel Freude: "Ideal, dass sich ein Amerikaner ins Rampenlicht gestellt hat. Das ist ein wichtiger Anstoß für die Verbesserung des Images in Nordamerika." Auch das Image der des öfteren hart kritisierten neuen, 30er-Regel sieht Kasper als ordentlich aufpoliert an. "Wir erleben dadurch nicht nur 15, sondern 60 Minuten Spannung pur."
Auch "Exoten" waren Bereicherung
Als WM-Bereicherung empfand die FIS die Auftritte der Exoten in den Riesentorläufen, die durch gezielte Investitionen in die Aufbauarbeit in ihren Ländern laut Kasper ihr Niveau deutlich gesteigert haben . "Vor zehn Jahren hat es noch lächerliche Überholmanöver gegeben. Die Arbeit und die Investitionen haben sich nun aber gelohnt."
Alle Doping-Proben negativ
Die Chefs vom Organisationskomitee, Sportdirektor Gian Gilli und Präsident Hugo Wetzel, bezeichneten den Ablauf der WM "dem Optimum nahe" und präsentierten darauf einige Zahlen: 638 Print-Journalisten und 315 Fotografen aus 20 Ländern waren genauso wie 370 Athleten aus 59 Ländern anwesend. Ursprünglich hätten es sogar 61 Nationen sein sollen, doch die Türkei und Usbekistan blieben der Veranstaltung fern. Als positives Detail am Rande erwähnte Kasper auch die Tatsache, das bisher sämtliche Doping-Proben negativ ausgefallen sind.
