Freitag, 14. Februar 2003

"Gemischte Gefühle" bei Dorfmeisters Abschied

  • Nach Edelmetall jagt Niederösterreicherin jetzt wieder Kristall
  • PLUS: Ihr Gold-Tipp: Wie viele WM-Medaillen holt Österreich?

Den letzten Frust spülte Michaela Dorfmeister mit einem Glühwein im Chasellas hinunter. In diesem von einem Niederösterreicher geführten Berglokal hatte es sonst abseits vom Trubel die "stillen" Medaillenfeiern gegeben, doch nach dem vierten Platz im Riesentorlauf "feierte" Dorfmeister ihren WM-Abschied mit gemischten Gefühlen.

"Im Super G war das Glück auf meiner Seite", gab Dorfmeister zu. Man solle zwar das Glück nicht überstrapazieren, "aber einmal noch, das wäre doch nicht schlecht gewesen", meinte sie nach einer entspannenden Pferdeschlittenfahrt schmunzelnd.

Am Samstag steigt in Neusiedl/Ortmann der WM-Empfang für die Niederösterreicherin. Sonntag ist sie beim Extratraining der ÖSV-Damen auf dem Patscherkofel, wo nach den beiden Abfahrten in der Sierra Nevada gleich drei weitere Speed-Rennen auf dem Programm stehen.

Der Abfahrts-Weltcup ist auch das verbliebene Saisonziel Dorfmeisters, denn den Gesamt-Weltcup zu gewinnen ist "ein Ding der Unwahrscheinlichkeit" geworden. Der ist Janica Kostelic trotz Verletzungen und Spanien-Pause kaum noch zu nehmen. "Eher wird da ja noch die Pärson gefährlicher als ich", so die praktisch entthronte Titelverteidigerin.

Bleibt die Frage, ob St. Moritz wirklich die letzten Titelkämpfe Dorfmeisters waren. Selbst ihre Trainer glauben nach Super-G-Gold nicht, dass es so kommen wird und Dorfmeister selbst gesteht ein, dass sie es sogar begrüßt, dass in der kommenden Saison keine Großereignisse auf dem Programm stehen.

Auch sie hat in einem ehrlichen Moment bereits kund getan, dass sie keinen Grund zum Aufhören sehe, solange sie das Zeug zur Siegläuferin habe. Eine definitive Aussage ließ sie sich aber auch in St. Moritz nicht entreißen. "Ich werde das Frühjahr genießen und dann entscheiden."

14.2.2003 11:25