Mittwoch, 12. Februar 2003

Damen-RTL: Pärson holt vor Karbon Gold

  • Platz 4 für Dorfmeister: Macht sie bis 2005 weiter?
  • PLUS: Ihr Gold-Tipp: Wie viele WM-Medaillen holt Österreich?

Die Favoritin hat sich durchgesetzt: Die Schwedin Anja Pärson holt sich souverän RTL-Gold mit 1,55 Sekunden Vorsprung. Silber geht an Denise Karbon (ITA) und Bronze an Allison Forsyth (KAN). Pech hat Michi Dorfmeister: Trotz eines schweren Fehlers verpasst sie Bronze um lächerliche 7/100. Jetzt überlegt sie, ob sie nicht doch bis zur WM 2005 in Bormio weiterfahren soll.

Die Favoritin Anja Pärson hat am Donnerstag in St. Moritz überlegen den WM-Riesentorlauf der Damen gewonnen. Das schwedische Kraftpaket bestätigte seine Überform und holte sich nach Slalom-Gold 2001 den zweiten WM-Titel. Österreichs Damen blieben im vierten WM-Bewerb erstmals ohne Medaille, denn 1,55 Sekunden hinter der 21-jährigen Skandinavierin belegte die Südtirolerin Denise Karbon Platz zwei, Dritte wurde die Kanadierin Allison Forsyth. Für Michaela Dorfmeister blieb als Vierte 0,07 Sekunden hinter Forsyth nur "Blech".

Mit Nicole Hosp (2. Durchgang) und Alexandra Meissnitzer (1. Durchgang) schied die Hälfte des ÖSV-Quartetts aus, Eveline Rohregger belegte mit mehr als sieben Sekunden Rückstand den enttäuschenden 31. Platz.

Dritter Blech-Platz für ÖSV-Damen
Für die ÖSV-Damen, deren gedämpfte Erwartungen leider bestätigt wurden, war es bereits der dritte vierte Platz im Rahmen der WM im Engadin. Bereits in der Kombination hatte diesen undankbarsten aller Plätze mit Marlies Schild eine Österreicherin belegt, selbiges Schicksal hatte in der Abfahrt Brigitte Obermoser ereilt. Die Rückstande aufs Podest betrugen dabei 0,02 (Schild) bzw. 0,16 (Obermoser) Sekunden. Erstmals Medaillenzuwachs bei dieser WM gab es hingegen für Schweden (Pärson) und Italien (Karbon), Kanada hatte bereits über Abfahrts-Gold von Melanie Turgeon jubeln dürfen.

Pärson hielt dem Druck stand
Mit der hohen Erwartungshaltung perfekt zurecht gekommen ist Anja Pärson, die im Vorfeld der WM die Riesentorläufe in Cortina und Marburg bzw. den Slalom von Marburg für sich entschieden hatte.

Dorfmeister frustriert
Bitter enttäuscht über Platz vier stand Super-G-Weltmeisterin Dorfmeister im Ziel, bereits bei Olympia 2002 hatte es in ihrer Lieblingsdisziplin (acht Weltcup-Siege) nur zu "Blech" gereicht. "Ich bin sehr enttäuscht, weil ich es in der Hand gehabt habe. Sogar Silber wäre möglich gewesen", haderte die 29-Jährige, die mit einem schweren Schnitzer im mittleren Teil eine Medaille "verschenkte".

War es "Dorfis" letzte Chance?
Auch eine tolle Vorstellung im unteren Abschnitt (Dorfmeister: "Da bin ich mit der feinen Klinge gefahren") reichte schlussendlich knapp nicht mehr. Die Enttäuschung bei Dorfmeister war so groß, dass sie zunächst sogar einen Start bei der WM 2005 in Bormio ausschloss: "Das war vielleicht meine letzte Chance auf eine weitere WM-Medaille. Bormio ist im Moment kein Thema für mich." nach einigen Studnen Abstand sah die Sache freilich wieder anders: Da reizt es die Niderösterreicherin, erstens die kommende "nur" Weltcup-Saison zu fahren und zweitens das wieder versäumte RTL-Edelmetall vielleicht doch nachzuholen. Motto: Nix ist fix.

Hosp nahm volles Risiko - und verlor
Eine tolle Zukunft hat hingegen trotz ihres Ausfalls im zweiten Durchgang Niki Hosp vor sich, die nach Platz vier im ersten Durchgang im Finale an einem Tor vorbei rutschte. "Ich wollte aufs Podest. Einen Lauf hinunter zu bremsen, hätte nichts gebracht, jetzt hab' ich voll riskiert", erklärte die 19-Jährige.

Rohregger weit abgeschlagen
Für die WM-Debütantin Rohregger ging dagegen das "Unterfangen Medaille" ordentlich in die Hose. Begründet hat die 25-Jährige ihre Vorstellung mit Abstimmungsproblemen: "Es war offensichtlich, dass ich mit dem Material nicht zusammengekommen bin." Alexandra Meissnitzer erklärte nach ihrem Out: "Ich kam nie wirklich ins Fahren!" Die Abtenauerin kann aber dank Silber in der Abfahrt trotzdem zufrieden die Heimreise antreten.

Kostelic im Spital
Noch enttäuschender als für die Österreicherinnen verlief das Rennen für die Gastgeberinnen, die mit Sonja Nef die Titelverteidigerin gestellt hatten. Nef konnte dem Druck aber so wie am Vortag auch ihr Landsmann Michael von Grünigen nicht standhalten und landete vor 11.000 Fans schließlich nur auch Rang acht. Damit bleibt es dabei, dass vor den beiden abschließenden Torläufen nach wie vor noch kein einziger Champion seinen Titel von St. Anton 2001 erfolgreich verteidigt hat. Olympiasiegerin und Kombi-Weltmeisterin Janica Kostelic aus Kroatien wurde sogar nur 13. und landete noch dazu mit Schulterproblemen im Spital. Eine Untersuchung in der Klinik von St. Moritz ergab eine Prellung des rechten Schultergürtels. Kostelic, die im zweiten RTL-Durchgang mit der Schulter gegen eine Stange gefahren war, kann aber voraussichtlich im abschließenden WM-Slalom am Samstag antreten.

12.2.2003 12:41