Dreieinhalb Jahre Haft für Atletico Madrid-Präsident Gil

Jesus Gil y Gil, Präsident und Besitzer des spanischen Fußball-Erstligisten Atletico Madrid, ist am Freitag wegen Unterschlagung und Betrugs zu dreieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe von 16 Millionen Euro verurteilt worden. Der streitbare Vereinsboss könnte zudem die Kontrolle über den Klub verlieren, weil er seine über 200.000 Atletico-Aktien als Sicherheit hinterlegen muss, wie das Fernsehen berichtete.
In dem Prozess ging es um Unregelmäßigkeiten bei der Umwandlung des Vereins in eine Aktiengesellschaft. Die Staatsanwaltschaft bezifferte den Schaden auf 40 Millionen Euro. Gil kündigte Berufung vor dem Obersten Gericht Spaniens an. "Man will mich ruinieren, aber auch am Sonntag werde ich als Atletico-Präsident auf der Ehrentribüne sitzen." Der Nationale Gerichtshof verurteilte ferner Gils Sohn Miguel Angel als Generaldirektor des Vereins zu eineinhalb Jahren und Vizepräsident Enrique Cerezo zu einem Jahr Gefängnis.
Der Atletico-Boss war wegen illegaler Geschäfte schon in anderen Prozessen verurteilt worden und saß zeitweise in Untersuchungshaft. Wegen der zahlreichen Gerichtsverfahren trat er bereits im vergangenen Jahr als Bürgermeister des Badeortes Marbella zurück. Erst vor sechs Wochen war dem Bauunternehmer und Immobilienkönig Gil ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.
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