Freitag, 14. Februar 2003

Euro 2008: Schweizer Projektleiter macht nicht weiter

  • Personalentscheidungen für neues OK bis Jahresmitte
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Thomas Helbling, der Schweizer Projektleiter der Bewerbung um die Fußball-EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz, hat am Donnerstag erklärt, dass er dem Organisationskomitee nicht zur Verfügung stehen wird. Er verlasse den Schweizer Fußballverband wegen "neuen Horizonten" und wünsche "dem OK viel Erfolg". Wolfgang Gramann, Chef des ÖFB-Projektteams, das die EM-Endrunde 2008 nach Österreich (und in die Schweiz) geholt hat, hofft hingegen auf ein Betätigungsfeld im erst zu gründenden Organisationskomitee, mit Personalentscheidungen rechnet er bis zur Jahresmitte.

"Grundsätzlich gilt für alle Mitarbeiter der Bewerbung, dass die Verträge bis Ende Februar laufen. Was Helbling betrifft, war schon zu Jahresende klar, dass er nicht weitermachen wird", erklärte Gramann. In den nächsten Monaten werden der Europäische Fußball-Verband UEFA, der österreichische und der Schweizer Verband (ÖFB und SFV) eine gemeinsame Firma gründen, die die EURO 2008 abwickelt. Gramann "würde grundsätzlich schon gerne weiterarbeiten."

Der 42-jährige Berner Helbling nahm am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit der Vorlage des Schlussberichts Abschied und zog folgendes Fazit: "Wir feierten einen Start-Zielsieg." In seinem persönlichen Schlussresumee verirrte er sich in die Formel 1: "Als guter Rennstall haben wir begonnen, mit der Erfahrung der Österreicher und der Präzision der Schweizer. Bereits die Testfahrten verliefen mit der Unterstützung der Regierungen positiv. Deshalb starteten wir in der Pole-Position. Wir haben die Führung nie abgegeben, obwohl wir auch Boxenstopps einlegen mussten und Ölflecken zu umfahren hatten."

SFV-Zentralpräsident Ralph Zloczower meinte zum Abschied von Helbling: "Es war von Anfang an klar, dass seine Tätigkeit zwei Monate nach der EM-Vergabe endet. So haben wir keine Verpflichtungen mehr." Helbling verabschiedete sich offiziell ohne Groll. Tatsache ist aber, dass sich die Ansichten zwischen Helbling und Führungskräften im SFV nicht immer deckten.

Nur positiv fällt die finanzielle Abschlussrechnung aus. Dem Kandidaturkomitee stand ein Budget von fünf Millionen Franken (3,4 Mio. Euro) zur Verfügung, davon steuerten die beiden Verbände je eine Million bei. "Wir kamen mit Ausgaben von 4,85 Millionen Franken aus" verkündete Helbling.

14.2.2003 08:53