Sonntag, 16. Februar 2003

Arabische Liga einigt sich nicht auf Irak-Sondergipfel

  • Außenminister berieten am Sonntag in Kairo

Die Außenminister der Arabischen Liga haben sich, parallel zur Marathonsitzung der NATO gestern in Brüssel, am Sonntag in Kairo nicht auf ein Gipfeltreffen zum Irak-Konflikt einigen können. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hatte am Freitag einen Krisengipfel der Arabischen Liga vorgeschlagen, um eine gemeinsame Haltung zur Irak-Krise abzustimmen.

Die Außenminister hätten sich nicht darauf verständigen können, welche Botschaft von solch einem Gipfel ausgehen solle, sagte ein arabischer Diplomat der Nachrichtenagentur AP. So wollte eine von Syrien angeführte Gruppe ein starkes Signal an die USA senden, um die Ablehnung eines Krieges gegen den Irak deutlich zu machen. Eine andere Gruppe wollte, dass der irakische Staatschef Saddam Hussein zu einer verstärkten Kooperation mit den UNO-Waffeninspektoren aufgefordert werden solle.

Der irakische Außenminister Naji Sabri rief bei dem Treffen in Kairo die anderen 20 Mitgliedstaaten auf, deutlicher als bisher gegen einen Krieg Stellung zu beziehen. Während die Haltung der Öffentlichkeit in den arabischen Ländern klar gegen einen Krieg eingestellt sei, bleibe die offizielle Position der Regierungen oft verhalten, kritisierte Sabri.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, erklärte am Samstag, es gebe eine klare Haltung der arabischen Welt gegen eine Militäraktion im Irak. Der kuwaitische Außenminister Scheich Sabah el Ahmed el Sabah sagte jedoch nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur seines Landes: "Der Zug des Krieges steht schon auf den Gleisen."

Als Vertreter der EU traf am Sonntag der griechische Außenminister Georgios Papandreou in Kairo ein. Er hoffe darauf, dass die 15 EU-Staaten auf ihrem Sondergipfel am Montag wieder eine einheitliche Stimme fänden, sagte er bei seiner Ankunft.

16.2.2003 22:41