Präsidentenwahlen in der Republik Zypern
- Neuer Präsident ist Oppositionskandidat Papadopoulos
Der Oppositionskandidat Tassos Papadopoulos (69) ist neuer Präsident der Republik Zypern. Der Vorsitzende der Mitte-Rechts-Partei DIKO erhielt bei der Wahl am Sonntag 51,55 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Glafkos Clerides kam lediglich auf knapp 39 Prozent. Er gestand seine Niederlage am Abend ein. Der 83-jährige Polit-Veteran hatte das Land über zwei Amtsperioden von insgesamt zehn Jahren geführt.
Knapp zwei Wochen vor Ablauf der Frist für die Wiedervereinigungsverhandlungen haben die griechischen Zyprioten am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt.
Wahlsieger Papadopoulos' wichtigster Gegenkandidat, der amtierende Präsident Glafcos Clerides, erhielt nach dem derzeitigen Stand der Auszählung 39 Prozent der Stimmen. Dies berichtete das staatliche zypriotische Fernsehen. Papadopoulos selbst, der von der gesamten bürgerlichen, sozialistischen und kommunistischen Opposition Zyperns unterstützt wurde, erklärte sich mittlerweile zum Wahlsieger.
Für das höchste Amt in der griechischen Republik Zypern bewarben sich insgesamt zehn Kandidaten. Für einen Sieg schon im ersten Durchgang war ein Anteil von über 50% der Stimmen nötig.
Die UNO verlangt von den griechischen und türkischen Zyprioten, sich bis zum 28. Februar auf ein Friedensabkommen für die seit 1974 geteilte Mittelmeerinsel zu einigen.
Geeinte Insel?
Papadopoulos sagte bei Abgabe seiner Stimme, er wolle "eine geeinte Insel ins Innerste Europas führen". Er wolle einen "besseren" Friedensplan aushandeln, der "lebensfähig und umsetzbar" sei.
Papadopoulos hatte während des Wahlkampfes versprochen, er werde "härter" als Clerides mit den türkischen Zyprioten über den UNO-Plan zur Wiedervereinigung der Insel verhandeln und dabei mehr für die Zypern-Griechen herausschlagen. Er kritisierte, Clerides sei in den Verhandlungen mit der türkischen Seite zu nachgiebig. Hunderte Anhäger des Oppositionskandidaten gingen auf die Straßen in der Hauptstadt Nikosia und jubelten über den Wahlsieg von Papadopoulos.
Der Plan der Vereinten Nationen sieht einen Bundesstaat Zypern mit zwei gleichberechtigten Gebietseinheiten vor, die wie die Schweizer Kantone eigene Regierungen erhalten sollen.
EU-Mitglied Süd-Zypern ab 1. Mai 2004
Die Europäische Union will Zypern mit Wirkung zum 1. Mai 2004 aufnehmen - sollten beide Teile keine Annäherung erzielen, dann allein den griechischen Teil, die international anerkannte Republik Zypern. Die 1983 einseitig ausgerufene "Türkische Republik Nordzypern" wird nur von Ankara anerkannt.
UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat für die letzte Februarwoche seinen Besuch auf Zypern angekündigt, um in letzter Minute noch ein Abkommen zu erreichen.
Wahlpflicht
Aufgerufen zur Präsidentenwahl waren am Sonntag 476.000 Angehörige der griechischen Volksgruppe. Für sie ist der Urnengang Pflicht. Gewählt wird der griechisch-zypriotische Präsident für fünf Jahre.
Geteilte Insel
Zypern ist geteilt, seit türkische Truppen 1974 den Norden besetzten. Ankara reagierte damit auf einen Putsch nationalistischer Zypern-Griechen, die den Anschluss an das damals von einer Militärjunta regierte Griechenland ("Enosis") wünschten.
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