Terror-Verdächtiger in Gatwick festgenommen
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Mehrere Zwischenfälle auf britischen Flughäfen haben am Donnerstag die Angst vor Terroranschlägen weiter geschürt. Ein Terminal des Londoner Flughafens Gatwick wurde am Nachmittag wegen eines Sicherheitsalarms teilweise evakuiert und ein Mann festgenommen. Die Polizei teilte mit, dass der 37 Jahre alte, aus Venezuela stammende Mann eine scharfe Handgranate bei sich gehabt haben soll. In der Nähe des streng bewachten Flughafens London-Heathrow nahmen Anti-Terror-Einheiten zwei Männer fest.
Die Handgranate sei in einer Tasche des Venezolaners entdeckt worden, teilte die britische Polizei mit. Der Mann sei an Bord einer Maschine der Fluggesellschaft British Airways aus Kolumbien gekommen. Die Tageszeitung "The Guardian" schrieb unter Beurufng auf Geheimdienstinformationen, islamische Extremisten hätten Flugabwehr-Rakten für mögliche Anschläge nach Großbritannien geschmuggelt.
Die beiden im westlichen London festgenommenen Männer sollen keinen Anschlag auf Heathrow geplant haben. Es habe sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, hieß es. Laut Medienberichten soll einer der Männer Iraker sein. Sie hätten keine Waffen bei sich gehabt. Soldaten und zusätzliche Polizisten bewachen seit Dienstag den größten europäischen Flughafen. In Gatwick mussten die Passagiere stundenlang in den bereits gelandeten Flugzeugen ausharren.
Für Freitag kündigte die Polizei an, dass die Zufahrtsstraße zum Flughafen London-Stansted routinemäßig gesperrt werde, weil die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden seien. Eine direkte Bedrohung gebe es nicht.
Größte Anti-Terroraktion der Geschichte
Die britische Regierung verteidigte am Donnerstag die größte Anti-Terror-Aktion in der Geschichte des Landes als notwendige Antwort auf die Bedrohung durch Al Kaida. Es bestehe eine "wirkliche und ernste" Gefahr von Anschlägen durch das islamische Terrornetz, sagte Innenminister David Blunkett in einer Sondersitzung des britischen Unterhauses. Den Vorwurf, die Regierung verbreite unnötig Panik, bestritt er: "Wir müssen der Öffentlichkeit die Informationen geben, die sie braucht, um sich zu schützen."
Gleichzeitig lehnte Blunkett es ab, zu erläutern, um welche Terrorwarnung es konkret gehe. "Die Terroristen dürfen nicht einschätzen können, was wir wissen und wie wir es erfahren haben", sagte er. Die Regierung reagierte damit auf den "Guardian"-Bericht. Moslemische Extremisten mit Kontakten zum Terrornetz El Kaida haben demnach tragbare Sam-7- Raketen nach Großbritannien geschmuggelt. Die britische Anti-Terror-Polizei habe seit dem 11. September keine so glaubwürdigen Informationen für einen bevorstehenden Anschlag erhalten, berichtete die Zeitung.
450 Soldaten bewachen London-Heathrow
Der Großflughafen London-Heathrow wurde auch am Donnerstag wieder von 450 Soldaten und 1.000 Polizisten bewacht. Die schweren Militärfahrzeuge waren allerdings nicht mehr zu sehen. Am Mittwochabend waren die Sicherheitsmaßnahmen auch auf anderen Flughäfen wie London-Stansted, Manchester und Leeds verstärkt worden. In der Nacht kreiste ein Aufklärungsflugzeug der britischen Luftwaffe über London.
Kritiker meinen, die Regierung wolle der Öffentlichkeit mit diesem enormen Aufgebot auf drastische Weise die Bedrohung durch den Terrorismus vor Augen führen. Die konservative und liberaldemokratische Opposition im Unterhaus warf der Regierung vor, "widersprüchliche Signale" zu geben und dadurch Verwirrung zu stiften.
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