16 Minuten-Rede: Bin Laden ruft zum Krieg auf
- Aber: Terror-Chef "beschimpft" auch Saddam als "Sozialisten"
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16 Minuten ist die Rede des Terror-Chefs lang: US-Außenminister Colin Powell wusste schon vorher davon; da dementierte Al Jazeera noch... Ob das Band echt ist, wird nun überprüft. Der Chef der Al Kaida ruft in seiner Botschaft zu Selbstmordanschlägen gegen die USA auf.
Zuvor hatte bereits US-Außenminister Colin Powell vor einem Senatsausschuss in Washington gesagt, dass sich Bin Laden in einer Ansprache an das irakische Volk wenden wird. Zu diesem Zeitpunkt hatte Al Jazeera den Besitz des Tonbandes noch dementiert. Auf das Dementi angesprochen, sagte Powell schlicht: "Warten Sie nur ab."
Moslems sollen Irak verteidigen
Der Terroristenführer Osama bin Laden hat die Moslems in aller Welt nach Angaben des arabischen TV-Senders Al Jazeera aufgerufen, das irakische Volk zu verteidigen.
Überraschung: Irakische Regierung "Sozialisten"
Gleichzeitig wurden die Mitglieder der irakischen Regierung als "Ungläubige" beschimpft. "Die Sozialisten sind Ungläubige, egal ob sie in Bagdad sitzen oder in Aden", sagte eine Stimme, die Bin Ladens gewesen sein soll. Gleichzeitig habe er den Irakern geraten, Tunnel und Höhlen zu graben, um sich vor amerikanischen Luftangriffen zu schützen. So hätten auch er und seine Getreuen die Angriffe der Amerikaner in der afghanischen Bergfestung Tora Bora überstanden.
Selbstmord-Anschläge?
Auf dem Band ruft der Terrorchef nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zu Selbstmordanschlägen gegen die USA auf. Weiters wird eine Allianz mit den USA gegen den Irak als feindlich gegen den Islam bezeichnet: "Jede Zusammenarbeit mit den Amerikanern gegen Irak" sei gegen den Islam gerichtet, heißt es auf dem Band.
Wirklich Bin Laden?
Bin Laden warf den USA vor, sie wollten den Irak besetzen. Das eigentliche Ziel eines Angriffs auf Bagdad sei es, "den Traum der Zionisten von einem Groß-Israel zu verwirklichen". Arabische Beobachter äußerten Zweifel an der Authentizität des Tonbandes, da die Stimme des El-Kaida-Anführers besser verständlich sei als gewöhnlich.
Die Existenz des Bandes war von US-Außenminister Colin Powell enthüllt worden. Er sagte in Washington, die USA besäßen die Abschrift eines Tonbands mit der Bin Laden zugeschriebenen Botschaft an das irakische Volk. Darin werde eine "Partnerschaft" mit dem Irak erklärt und Sympathien für den "Kampf" des Volkes geäußert. Al Jazeera werde es verbreiten. Vertreter des Senders hatten zunächst erklärt, sie besäßen keine derartige Aufnahme.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, verschwieg, auf welche Weise die von Powell beschriebene Abschrift in US-Hände gekommen sei. Auch Powell selbst machte dazu keinerlei Angaben. Er sagte jedoch vor dem Ausschuss, die Verbindung zwischen Terroristen und Staaten mit Massenvernichtungswaffen könne nicht länger ignoriert werden.
Den USA liegen geheimdienstliche Erkenntnisse vor, nach denen die Terror-Organisation El Kaida Anschläge in den Vereinigten Staaten und der arabischen Region plant. Es handle sich um die "spezifischsten Berichte, die wir gesehen haben, und sie stimmen mit früheren El-Kaida-Verschwörungen überein", sagte der Chef des Geheimdienstes CIA, George Tenet, am Dienstag vor einem Senatsausschuss in Washington. Der Geheimdienst-Chef warnte zugleich vor einem drohenden Anschlag gegen Einrichtungen in den Vereinigten Staaten und "auf der arabischen Halbinsel" noch Ende dieser Woche.
Ölfelder werden vermint
Irakische Unternehmen brächten große Mengen Sprengstoff zu den Ölfeldern des Landes, berichtete der US-Fernsehsender NBC am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf nicht genannte Militärs.
Nach Geheimdienstinformationen sei die Sprengstoffmenge weitaus größer als benötigt. Im Golfkrieg 1991 hatte der Irak 730 Ölquellen in Kuwait in Brand gesetzt und dem überfallenen Land damit großen wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Sprecher des US-Verteidigungsministeriums und des Geheimdienstes wollten den Fernsehbericht nicht kommentieren.
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