Dienstag, 11. Februar 2003

Bisher wichtigster Fund: 45 cm-Stück vom linken Flügel

  • Absturz durch Kollision mit unbekanntem Gegenstand?
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Mehr als 12.000 Wrackteile wurden bisher gesammelt. Und der bisher wichtigste Fund ist ein 45 Zentimeter großes Stück - es stammt vom linken Flügel der Columbia, die am 1. Februar beim Landeanflug als Feuerball zur Erde stürzte. Bisher gibt es nur Spekulationen, was das Drama ausgelöst haben könnte. Analysen des Teils, der zur Vorderkante des mit den Kacheln des Hitzeschildes bedeckten Flügelteils gehört, könnten Antworten zur Absturz-Ursache liefern. So wie ein Computer, der möglicherweise noch Daten enthält.

Das Bruckstück der linken Tragfläche wurde rund 100 Kilometer südöstlich von Fort Worth in Texas gefunden. Der stellvertretende Leiter des NASA-Raumfährenprogramms, Michael Lostelnick, sprach von einem sehr wichtigen Fund.

Das 45 Zentimeter große Trümmerteil soll auf Verbrennungsspuren überprüft werden. Schäden am linken Flügel der Columbia könnten entscheidend zum Absturz der Raumfähre beim Wiedereintreten in die Erdatmosphäre beigetragen haben. Diese Tragfläche wurde beim Start am 16. Jänner möglicherweise von einem abgerissenen Teil einer Isolierung des äußeren Treibstofftanks an der Unterseite beschädigt.

Auch Columbia-Computer gefunden
Wie der Nasa-Vize weiter bestätigte, ist auch einer der Computer gefunden worden, der sich an Bord der "Columbia" befand. Es sehe so aus, als sei der Computer, der "allgemeinen Zwecken" diene, "in ganz gutem Zustand".

Die Columbia war am 1. Februar beim Landeanflug nach 16 Tagen im All auseinander gebrochen. Dabei kamen alle sieben Astronauten an Bord ums Leben . Die Columbia war auf dem Rückweg von der Internationalen Raumstation ISS.

Strenge Strafen für Sammler von Wrackteilen
Alle mehr als 12.000 bisher geborgenen Trümmerteile sollen in Cape Canaveral katalogisiert und so weit wie möglich zusammengesetzt werden. Davon versprechen sich die Ermittler zusätzliche Erkenntnisse.

In Texas ist am Montag ein Polizist unter dem Verdacht festgenommen worden, Trümmer der verunglückten Raumfähre gestohlen zu haben. Wie US-Medien berichteten, soll Robert Hagan eine Hitzekachel und andere Teile beiseite geschafft haben, als er selbst in der Region von Nacogdoches zur Trümmersuche eingesetzt war.

Im Rahmen einer von den Behörden gewährten Amnestie waren in der vergangenen Woche in Osttexas freiwillig Hunderte von Trümmerteilen der Raumfähre zurückgegeben worden. Zuvor waren bereits zwei Bürger wegen Diebstahls von Regierungseigentum festgenommen worden. Im Fall eines Schuldspruchs drohen in diesen Fällen Haft von bis zu zehn Jahren sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar (231.310 Euro).

ISS-Wartung bleibt an Europa hängen
Wegen eines knapp drei Jahre alten Sanktionsgesetzes gegen Iran "können" die USA keine russischen Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS unterstützen. Es gebe derzeit "hochrangige Gespräche", um dieses Problem zu lösen, sagte ein Vertreter der US-Raumfahrtbehörde NASA, James Newman, am Dienstag in Moskau.

Die US-Regierung hatte im März 2000 ein Gesetz verabschiedet, das die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen an Iran stoppen soll. Demnach kann Washington Sanktionen gegen Länder verhängen, die technisches Material nach Teheran liefern, das dort zur Entwicklung von atomaren, chemischen und biologischen Waffen oder von Raketentechnik genutzt werden kann.

Die US-Regierung sei deshalb "ganz einfach nicht in der Lage", russische Raumfähren zu finanzieren, sagte Newman vor Journalisten. Die nötigen Zahlungen könnten aber zum Beispiel von weiteren ISS-Partnern wie Japan oder Europa geleistet werden, betonte er.

Die russische Raumfahrtbehörde hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass sie mindestens 1,5 Milliarden Rubel (knapp 44 Millionen Euro) für zusätzliche Raumfähren brauche, die für die Instandhaltung der ISS allein in diesem Jahr benötigt würden. Nachdem die US-Regierung nach der Columbia-Katastrophe am 1. Februar alle US-Raumflüge gestoppt hatte, bleibt derzeit nur Russland für weitere Transportflüge ins All übrig.

11.2.2003 09:14