Montag, 10. Februar 2003

Stichwort: Die ISAF-Friedenstruppe

  • Bis zur Hälfte der Soldaten sollen künftig Deutsche sein

Die International Security Assistance Force (ISAF) besteht insgesamt aus 4.900 Soldaten aus 22 Nationen. Das deutsche Kontingent an der Internationalen Sicherheitsbeistands-Truppe wird höchstens 2.500 Soldaten betragen. Die Niederländer, die in den kommenden sechs Monaten zusammen mit Deutschland das Kommando haben, beteiligen sich mit rund 630 Mann.

Aufgabe der ISAF ist es, die afghanische Regierung bei der Bildung einer Demokratie und der Herstellung und Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit zu unterstützen. Zudem soll die Truppe bei der Verteilung von Hilfsgütern und bei der Rückkehr der Flüchtlinge helfen. Der Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte und der Schutz des UNO-Personals gehören laut den Vereinbarungen der Petersberger Konferenz vom Dezember 2001 ebenfalls zum ISAF-Auftrag. Mandat und Organisation der ISAF sind strikt von der Operation "Enduring Freedom" zur Bekämpfung von El Kaida getrennt.

Haupteinsatzgebiet ist die Hauptstadt Kabul und die Umgebung, insbesondere der Flughafen Bagram und die Verbindungsstraße nach Kabul sowie der Kabul International Airport. Im Rahmen der ISAF-Mission sind zudem deutsche Soldaten auf dem usbekischen Lufttransportstützpunkt Termez an der afghanischen Grenze stationiert. Eingesetzt werden Fallschirmjäger, Infanteriesoldaten, Hubschrauberpiloten, Unterstützungseinheiten und Lufttransportkräfte. An Großgerät hat die Bundeswehr unter anderem gepanzerte Truppentransporter vom Typ Dingo, Transportpanzer vom Typ Fuchs und Waffenträger namens Wiesel nach Kabul verlegt.

Der UNO-Sicherheitsrat hat der Friedenstruppe ein so genanntes robustes Mandat nach Artikel VII der UNO-Charta erteilt - eine Voraussetzung, die der Bundesregierung besonders wichtig war. Danach dürfen die Soldaten nicht nur zur eigenen Sicherheit von der Waffe Gebrauch machen, sondern auch zur Durchsetzung ihres Auftrags. Ihnen ist außerdem erlaubt, jedem bedrohten Menschen bewaffnete Nothilfe zu leisten.

Am 8. Jänner 2002 wurden die ersten deutschen Vorauskräfte nach Afghanistan in Marsch gesetzt. Damals war zunächst geplant, dass sich höchstens 1.200 deutsche Soldaten an der Friedenstruppe beteiligen. Deutschland strebte keine Führungsposition an. Das Oberkommando übernahmen in den ersten drei Monaten die Briten, anschließend die Türken. Durch den Aufbau von afghanischen Polizei- und Militäreinheiten soll die ISAF schließlich ersetzt werden.

10.2.2003 12:49