Haider lobt deutschen Widerstand gegen Irak-Krieg
- "profil": Jörg Haider will im Irak-Konflikt vermitteln
- "Kriegslust der Amerikaner einbremsen"
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über den Irak
Österreich sollte nach Ansicht des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) den "ernst zu nehmenden und hinhaltenden Widerstand der Deutschen" gegen einen Irak-Krieg der USA unterstützen. Der Kärntner Landeshauptmann will im Irak-Konflikt vermitteln.
In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erklärt Haider dazu: "Ich kann mir vorstellen, über konkrete Lösungen zu verhandeln und Informationen zu transportieren." Auf die Frage, ob Hussein "ein blutrünstiger Diktator" sei, meint Haider, jedes Regime der arabischen Welt habe "mindestens so blutige Hände wie Hussein".
Kriegslust einbremsen
"Solange Deutschland nicht umfällt und solange (Bundeskanzler Gerhard) Schröder es innenpolitisch aushält, auf eine totale Ablehnung und von vornherein auf ein Veto in Sachen Irak zu gehen, wird damit die Kriegslust der Amerikaner natürlich eingebremst", sagte der frühere freiheitliche Bundesparteiobmann in einem Interview für die neueste Ausgabe der FPÖ-nahen Wochenzeitung "Zur Zeit".
Giftküche der US-Geheimdienste
Es sei "zu offenkundig, dass man gegen den Widerstand der Weltgemeinschaft und der Vereinten Nationen einen Krieg vom Zaun bricht, für den es keine rechtliche Grundlage gibt", betonte Haider. "Alles das, was jetzt mit Beweisen versucht wird, die angeblich aus Abhörprotokollen vorgelegt werden, ist natürlich in der Giftküche der US-Geheimdienste entstanden, die jede Form von getürkten Protokollen und Telefongesprächen produzieren können", sagte der Landeshauptmann in Anspielung auf die von US-Außenminister Colin Powell im Weltsicherheitsrat vorgelegten Unterlagen.
"Man sollte nicht ganz vergessen, dass ja vor einem Jahr nach den Ereignissen vom 11. September (2001) Präsident (George W.) Bush bekannt gegeben hat, dass man jetzt ein eigenes Ministerium für Desinformation einrichtet. Das war bisher eigentlich nur ein Markenzeichen kommunistischer, totalitärer Regime; jetzt haben wir das in der angeblich größten und wichtigsten Demokratie der Welt", sagte Haider, der im Vorjahr zum irakischen Staatschef Saddam Hussein nach Bagdad gereist war.
Er gehe davon aus, "dass das, was der Irak (an Massenvernichtungswaffen, Anm.) besessen hat, im Wesentlichen nicht mehr vorhanden ist". Seine gesamte Rüstung im biologischen, bakteriologischen und chemischen Bereich sei Saddam Hussein von den Amerikanern oder europäischen Ländern geliefert worden, unterstrich Jörg Haider in dem Interview.
Kurzes historisches Gedächtnis
"Die Amerikaner haben aber ja immer ein sehr kurzes historisches Gedächtnis und versuchen jetzt vergessen zu machen, dass Leute wie (US-Verteidigungsminister Donald) Rumsfeld, die einst mit Saddam Hussein und seinem Regime gute Waffengeschäfte im Auftrag der amerikanischen Regierung verhandelt haben, jetzt diejenigen sind, die sich als die größten Kriegstreiber gegen diesen Staat gebärden."
Hinter den Absichten der USA sieht Haider einerseits "den Versuch, an das irakische Öl heranzukommen: Immerhin hat der Irak die zweitgrößten Ölreserven der Welt." Andererseits gebe es auch "die Überlegung, einen ernst zu nehmenden möglichen Bedrohungsfaktor für Israel auszuschalten und damit den Palästinensern eine weitere Unterstützungsfront wegzunehmen."
Österreich habe in Wirklichkeit eine "enge Bindung" zum Irak, hob Haider hervor und fügte hinzu: "Es gibt ja aus dem Jahre 1999 einen Brief vom Bundeskanzler (Wolfgang) Schüssel (V), an den er sich nicht gern erinnert, an den Vizepräsidenten, die rechte Hand von Saddam Hussein (...)".
Darin habe Schüssel zum Ausdruck gebracht, "dass Österreich an einer Vertiefung der freundschaftlichen Beziehung zwischen dem Irak und Österreich interessiert sei. Daraus ist zu schließen, dass Österreich eigentlich jetzt in schwierigen Zeiten auch seine dort angekündigte Freundschaft erweisen sollte und sich gegen die US-Kriegspläne und gegen den Versuch der Amerikaner, ein Monopol über die Weltölreserven zu bekommen, zur Wehr setzen müsste."
Die USA, die im Vietnam-Krieg Giftgas, Nervengas, chemische und bakteriologische Waffen eingesetzt hätten und jetzt drohen würden, nötigenfalls auch regional Atomwaffen einzusetzen, glaubten offenbar, als "Weltpolizist all das tun zu dürfen, was den unterworfenen Staaten nicht mehr gestattet" sei, sagte Haider.
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