Freitag, 14. Februar 2003

Steirische Schule suspendiert 15-Jährigen

  • Sexuelle Belästigung: Heure schon 3 Mal die Schule gewechselt
  • Zuletzt drohte Schüler mit Amoklauf

Ein 15-jähriger Schüler aus dem Bezirk Leoben ist am Donnerstag vom Unterricht suspendiert worden: Er soll seiner Mitschülerinnen sexuell belästigt und zuletzt mit einem Amoklauf gedroht haben. "Der Bursche ist erst vor sechs Wochen in den polytechnischen Lehrgang der Hauptschule in Trofaiach eingetreten, nachdem er im diesem Schuljahr bereits drei Mal die Schule gewechselt hat", hieß es aus dem Büro des Präsidenten des Landesschulrates für Steiermark Horst Lattinger.

"Die Lehrer an der Schule sind mit ihrem Latein am Ende, es kam auch hier von Beginn an zu wiederholten verbalen und sexuellen Attacken", so der Pressesprecher im Landesschulrat, Josef Müller. Die Schulprotokolle hielten fest, dass es nahezu täglich zu Vorfällen gekommen sei, bei denen der Bub seine Mitschüler verprügelt bzw. die Mädchen begrapscht habe.

Von Schule zu Schule weitergereicht
Eben aus diesem Grund sei der Bursch auch von einer Schule zur anderen "weitergereicht" worden. Der Umstand, dass sich die bisherigen Schulen unterschiedlichen Aufsichtsbehörden zugeordnet sind, sei der Grund, warum die Schulkarriere des Buben nicht früher beim Landesschulrat aktenkundig wurde. So habe die oberste Aufsichtsbehörde erst von dem Problem erfahren, als die Mutter einer Schülerin am Montag eine Anzeige bei der Gendarmerie erstattete, weil der Bub auch mit einem Amok-Lauf gedroht hatte.

Vom Unterricht suspendiert
Am Donnerstag wurde der Schüler "ab sofort" vom Unterricht suspendiert. Öffentlich bekannt wurde der Fall durch einen Bericht in der Freitag-Ausgabe der "Steirerkrone".

"Am Montag wurde von der Schulkonferenz beschlossen, dass der Schüler vorerst in die Parallelklasse versetzt wird und zwei Mal wöchentlich ein Begleitlehrer für den Buben selbst und für die Schüler zur Stelle ist", so Müller. Weiters sei der Mutter eine Liste mit den verpflichtend zu besuchenden Therapiestunden beim Schulpsychologen zugestellt worden. Der 15-Jährige habe seither allerdings die Schule nicht mehr besucht.

Maximal 4 Wochen
Schüler können maximal für vier Wochen vom Unterricht suspendiert werden. Die schulpsychologische Betreuung kann in dieser Zeit in Anspruch genommen werden - wenn sich der Bub dazu bereit erklärt. "Im Extremfall müsste er in ein Heim für schwer Erziehbare eingewiesen werden", hieß es aus dem Büro Lattingers. In den mit heutigem Tag anlaufenden Semesterferien werde man weiterhin versuchen, mit dem Buben und seiner Mutter, die bisher auf die Bitten um Kontaktnahme durch die Schule nicht reagiert habe, in Kontakt zu kommen, so Müller. Weiters wird überlagt, ob nicht auch die Schulkameraden des Buben psychologisch betreut werden sollen.

14.2.2003 14:06