22 Scheinehen in Wien aufgeflogen
- 15 Vermittler angezeigt
Eine Hochzeit - normalerweise ein teurer Spaß - hat sich für einige Wiener und Wienerinnen als äußerst lukrativ erwiesen: 4.000 bis 6.000 Euro haben sie für den Weg zum Standesamt kassiert, wo sie eine Scheinehe mit vorwiegend türkischen und nordafrikanischen Staatsbürgern eingingen. 15 Vermittler sind nun von der Polizei erwischt und angezeigt worden.
Derartige Delikte werden vom Wiener Fremdenpolizeilichen Büro laufend behandelt, doch in den vergangenen zwei Monaten haben sich die Fälle gehäuft: Auf Grund anonymer Hinweise, aber auch wegen der Geständnisse der mehrheitlich weiblichen österreichischen Ehepartner konnten 22 Hochzeiten als Makulatur entlarvt werden. "Die Dunkelziffer dürfte aber noch weit höher liegen", meinte ein Beamter gegenüber der APA.
Meist inländische Vermittler
Vor allem über Mundpropaganda im Freundes- und Bekanntenkreis in Lokalen hatten die hauptsächlich inländischen Vermittler die Ausländer mit den finanzschwachen und teilweise verschuldeten Österreichern und Österreicherinnen zusammengebracht. Für diesen Service kassierten sie rund 1.000 Euro, während für den Gang zum Standesbeamten gleich 4.000 bis 6.000 Euro spendiert wurden.
Damit konnten die Ausländer quotenfrei einwandern und bewilligungsfrei eine Arbeit annehmen. In einem Fall wurde der Fremde bereits eingebürgert, wovon die zuständige Magistratsabteilung 61 informiert wurde. Theoretisch könnte dem Neo-Österreicher dieser Status wieder entzogen werden.
Vermittler wurden angezeigt
Die Vermittler, unter ihnen eine mit zehn nachweisbaren Fällen äußerst aktive Dame, werden angezeigt. Die Fremden wiederum müssen mit der Nichtigerklärung ihrer Ehen und damit dem Verlust ihrer Privilegien sowie einem Aufenthaltsverbotsverfahren rechnen.
Strafheit für Österreicher
Einzig aus dem Schneider sind jene Österreicher und Österreicherinnen, die sich auf dieses "Geschäft" eingelassen haben: Sie haben sich nicht strafbar gemacht und dürfen das durch die Betrügerei lukrierte Geld auch noch behalten. Kein Wunder, dass so mache sich selbst melden und die Ehen für nichtig erklären lassen, um für den nächsten Deal wieder "frei" zu sein, berichtet ein Beamter.
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