Blutiger Valentinstag: Mord und Selbstmord in Wien
- 34-Jähriger erstach in der Brigittenau seine Freundin
- Anschließend richtete er sich selbst - Kurzschlusshandlung
Die Ursache für den blutigen Valentinstag in Wien-Brigittenau liegt vermutlich bei der geistigen Verfassung des Täters: Ein 34-jähriger Mann hatte seine 32-jährige Freundin erstochen und sich danach selbst gerichtet. Verwandte erzählten den Ermittlern, dass der Niederösterreicher bereits vor Jahren stationär in psychischer Betreuung war und unter manischen Depressionen litt.
Zuletzt dürfte er eine medikamentöse Therapie unterbrochen haben. Die Bluttat ereignete sich nach Angaben von Mag. Gerhard Gschwind vom Brigittenauer Polizeikommissariat kurz nach 7.00 Uhr in der Wohnung der Frau in der Donaueschingenstraße 32, Stiege 6. Die bei einer Steuerberatungskanzlei beschäftigte Claudia G. schleppte sich nach einer Messerattacke ihres Freundes Klaus Sch. mit einer Stichverletzung auf den Gang und läutete bei ihrem Nachbarn im sechsten Stock des Hauses an. Danach dürfte sie zusammengebrochen sein. Reanimierungsversuche der Rettung blieben ergebnislos. In der Wohnung von Claudia G. entdeckten zwei Nachbarn dann auch die Leiche des 34-Jährigen.
Es gab zunächst keine Hinweise, dass zwischen dem Paar - offenbar handelte es sich um eine Wochenendbeziehung - ein Streit ausgebrochen wäre. Laut Polizei klingelte Claudia G. schon vor der Bluttat bei ihrem Nachbarn: Sie benötige ein Pulver, ihr Freund fühle sich nicht wohl.
Tat könnte Kurzschlusshandlung gewesen sein
Kurze Zeit später kam es zu dem Verbrechen. Laut Gschwind dürfte Klaus Sch. seine Freundin mit einem Küchenmesser schwer verletzt haben. "Es dürfte eine Kurzschlusshandlung gewesen sein", sagte der Brigittenauer Referent. Als er dann realisierte, was er angerichtet hatte, richtete er die Klinge gegen sich selbst und stach vier Mal zu. Offenbar dürfte seine Stimmung plötzlich umgeschlagen sein.
Ein Motiv war für die Ermittler zunächst schwer auszumachen. Die beiden Toten kannten einander bereits länger, sie dürften früher in dem selben Unternehmen gearbeitet haben. Bei der geräumigen Wohnung handelte es sich um das Appartement der Frau. Über Streitereien des Paares war zunächst nichts bekannt, die beiden Toten entstammten laut Polizei einem "gutbürgerlichen Milieu".
Die Verwandten bezeichneten Klaus Sch. als sehr intelligenten Mann, der ebenfalls über eine akademische Ausbildung verfügte. Erst vor kurzem soll er einen hoch dotierten Job bekommen haben. Die Obduktion der beiden Leichen wurde für kommende Woche angesetzt. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass es dabei wesentliche neue Erkenntnisse geben wird.
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