Brand in Kunststoff-Lager bei Sollenau gelöscht
- Brand ist erwiesenermaßen gelegt worden
"Brand aus" hieß es gegen Mitternacht im Kunststoff-Lager in Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt). Bis dahin waren noch rund 50 Feuerwehrmänner mit Löscharbeiten in und außerhalb der rund 30 Mal 60 Meter großen Halle beschäftigt. Sechs Bagger transportierten etwa 2.000 Kubikmeter glosender PVC-Abfälle ins Freie, wo die Einsatzkräfte dem Sondermüll mit Atemschutz zu Leibe rückten.
Aufregung hatte es lediglich kurz nach 20.00 Uhr gegeben, nach dem ein Teil des Lager-Inhaltes - wahrscheinlich durch die Zufuhr von Sauerstoff - abermals zu brennen begonnen hatte. Doch die Löschmannschaften hatten das Feuer jederzeit unter Kontrolle, hieß es auf Anfrage der APA. Bis in die Morgenstunden waren noch Brandwachen postiert, Glutnester oder gar Flammen zeigten sich jedoch nicht mehr.
Sorge der Grünen
Große Sorge herrscht hingegen auch nach der erfolgreichen Brandbekämpfung bei den NÖ Grünen. Sie befürchten nun, dass auf Grund der Verbrennung des PVC-Abfalls hochgiftiges Dioxin entstanden sein könnte. Zudem sollen die Materialien laut LAbg. Martin Fasan widerrechtlich gelagert worden sein. Der Grünpolitiker forderte die Behörden auf, bei ihren Ermittlungen bezüglich Brandstiftung auch den Eigentümer des Geländes, die Firma Hovorka, miteinzubeziehen. Diese hätten, so Fasan, keine Genehmigung zum Deponieren von PVC-Abfall.
Selbstentzündung auszuschließen
Eine Selbstentzündung der in dem 30 Mal 60 Meter großen Innenraum gelagerten Abfälle sei auf Grund nicht vorhandener technischer Zündquellen - wie etwa einer Heizung - auszuschließen, hieß es. Die Brandbekämpfung verlief äußerst schwierig, denn das glosende Material musste vor dem Löschen erst mit Baggern ins Freie gebracht werden. Zu Spitzenzeiten waren rund 100 Mann - größtenteils mit Atemschutz - im Einsatz.
Laut Einsatzleiter der Feuerwehr sei das Feuer zwar innerhalb Halle, jedoch an zwei Stellen im Nahbereich zur Außenwand ausgebrochen. Bei den Brandherden befanden sich Löcher in der Wand, was eine Entzündung von außen ermöglichte. Deshalb hat die Gesellschaft für Ökologie und Abfallwirtschaft/Schutzverband gegen Umweltkriminalität bereits Strafanzeige gegen Unbekannte bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erstattet.
Betont wurde, dass es sich auf dem Betriebsgelände der Howorka Gesellschaft für Umwelttechnik GesmbH in Sollenau um ein Abfall-Zwischenlager handle, das der Betreiber allerdings als "Wertstofflager" bezeichne. Die Gesellschaft habe die betroffene Firma bereits im Juni 1999 wegen der ohne Betriebsanlagengenehmigung erfolgten Lagerung von Plastikabfällen geklagt. Das Verfahren ging bis zum Obersten Gerichtshof. Schlussendlich wurde die beantragte Einstweilige Verfügung jedoch abgewiesen.
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