"Krone": WAZ droht mit "Abberufung" von Dichand jun.
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24. Jänner: Friede bei Dichand & WAZ
Zwischen der deutschen WAZ-Gruppe und der Familie Dichand geht der Kampf um die Macht in der "Kronen Zeitung" unvermindert weiter. Nach einem offenen Brief des neuen Hälfte-Chefredakteurs Christoph Dichand, in dem er WAZ-Vertreter Dragon angegriffen hatte, wollen die Deutschen ihn endgültig los werden. Vorerst drängen sie auf eine "Abmahnung" wegen Verletzung seiner "Dienstpflichten".
"Verletzung der Dienstpflichten"
Die deutsche WAZ-Gruppe, zu 50 Prozent an der "Kronen Zeitung" beteiligt, verschärft wieder ihre Tonart gegenüber Hans und Christoph Dichand. Der neue Chefredakteur Christoph Dichand hatte am Montag harsche Worte gegen WAZ-Vertreter Friedrich Dragon gerichtet. Die WAZ-Gruppe quittierte dies nun mit einem Schreiben ihres Wiener Anwaltes Daniel Charim.
"Abberufung" droht
In dem Brief behält man sich vor, "Schritte zur Abberufung von Dr. Christoph Dichand als Chefredakteur aus wichtigem Grund einzuleiten".
Die WAZ moniert, dass Christoph Dichand als - wenn auch leitender - Angestellter in diesem Schreiben Gesellschafter-Fragen angesprochen und dabei "einseitig den Standpunkt seines Vaters" übernommen habe. Seine Pflicht als Angestellter sei es aber, sich der "Parteinahme zu enthalten".
Die WAZ erkundigte sich nun bei Dichand senior, Herausgeber und Hauptgeschäftsführer, ob er seinen Sohn "wegen Verletzung der Dienstpflichten bereits abgemahnt" habe. Sei dies nicht der Fall, solle er "umgehend dafür Sorge tragen".
Rahmenvertrag verletzt?
Außerdem habe Christoph Dichand auch den Rahmenvertrag der Gesellschafter verletzt, da er mit der Aussendung vom Montag nicht unabhängig von "Interessensgruppen" agiert habe. Eine solche Verletzung des Rahmenvertrags von 1987 hatte die WAZ bereits Hans Dichand anlässlich der "Krone"-Berichterstattung über den Konflikt mit den deutschen Partnern im Jänner vorgeworfen.
Auch Hans Dichand im Visier
Weiterer Punkt im WAZ-Schreiben: Wenn Hans Dichand von der Aussendung seines Sohnes gewusst oder sie veranlasst habe, würden sich auch für ihn "gegebenenfalls rechtliche Konsequenzen ergeben".
In Christoph Dichands Mitteilung vom Montag, die an die "Krone"-Mitarbeiter und Medien gegangen war, hatte er die Berufung des früheren geschäftsführenden Chefredakteurs Friedrich Dragon als Prokurist in die WAZ-Beteiligungsgesellschaften als "offene Provokation" bezeichnet. Dragons Abgang von der Zeitung im Jahr 2001 habe "schwerwiegende, die Persönlichkeit von Herrn Dr. Dragon selbst betreffende Gründe" gehabt, hieß es wörtlich.
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