"Krone"-Streit: Dichand-Brief kränkt Dragon
- Dichand an WAZ: Bestellung "offene Provokation", Dragon nicht für Redaktion zuständig,
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24. Jänner: Friede bei Dichand & WAZ
Chefredakteur Christoph Dichand, Sohn von Herausgeber und Hauptgeschäftsführer Hans, hat Mitte Februar 2003 in einer Aussendung scharfe Worte an Friedrich "Bibi" Dragon gerichtet: Die Bestellung des früheren geschäftsführenden Chefredakteurs zum Einzelprokuristern jener Gesellschaften, über die der deutsche WAZ-Konzern 50% an der "Krone" hält, könne man "nur als offene Provokation" verstehen.
Dichand weiter: Dragons Abgang von der Zeitung im Jahr 2001 habe "schwerwiegende, die Persönlichkeit von Herrn Dr. Dragon selbst betreffende Gründe" gehabt.
Dragon hat nach der Übernahme der Einzelprokura mit Aussagen in verschiedenen Medien offensichtlich den Unmut von Vater und Sohn Dichand erregt. Hans Dichand jedenfalls gehe davon aus, dass die WAZ-Gruppe auf Dragon "einwirkt", einige "Behauptungen" richtig zu stellen, wie es wörtlich heißt. Konkret stößt man sich an Dragons im "NEWS" geäußerter Ansicht, es sei "höchste Zeit, die Krone neu zu positionieren". Dragon habe "weder für Marketing und Layout, noch für redaktionelle Belange eine wie immer geartete Kompetenz", hieß es dazu. Er sei "bis dato lediglich" mit der Prokura ausgestattet.
Ebenfalls unrichtig sei die Darstellung, wonach Dragon die "Kronen Zeitung" im "wilden Streit mit Hans Dichand über die Blattlinie und die journalistischen Qualitäten seines Sohnes Dr. Christoph Dichand" verlassen habe. "Wahr ist vielmehr, dass durch das Verhalten des Herrn Dr. Dragon das Vertrauen als ehemaliger Konsulent so heftig erschüttert worden ist, dass die Grundlage für eine sinnvolle Fortsetzung des Konsulentenverhältnisses mit Dr. Dragon nicht mehr gegeben war". Dragon habe sich "Aufträgen widersetzt". Die Gründe für sein Ausscheiden müssten nicht nur Dragon selbst, "sondern auch dessen neuen Arbeitgebern bekannt sein", hieß es wörtlich.
Christoph Dichand hielt darüber hinaus fest, dass das Betriebsergebnis der "Krone" nach wie vor, "insbesondere unter Bedachtnahme auf vergleichbare Medienunternehmen, als hervorragend bezeichnet werden" könne. Im Jahr 2002 soll der Gewinn an die 30 Millionen Euro betragen haben.
Er erläuterte außerdem, wie künftig die Personalhoheit in der "Krone" geregelt ist. Diese liegt bei Christoph Dichand sowie Michael Kuhn als geschäftsführendem Chefredakteur, Entscheidungen würden einstimmig getroffen. Im "hypothetischen Fall" der Uneinigkeit entscheiden bei journalistisch tätigen Personen die beiden Chefredakteure sowie deren Stellvertreter mit einfacher Mehrheit; dreht sich die strittige Frage um stellvertretende Chefredakteure oder "Landeschefredakteure", sei die Gesellschafterversammlung zuständig und in letzter Instanz ein Schiedsgericht. Bei nicht journalistischen Personen entscheide im Falle eines "Dissenses" die Geschäftsführung, hielt Dichand junior fest. (apa)
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