Montag, 10. Februar 2003

Innviertler geht's nach Horror-Marsch ohne Arm besser

  • "Ich habe mit aller Gewalt versucht, ins Spital zu kommen"
  • Polizei fand abgetrennten Arm: Wieder angenäht

Bereits besser geht es jenem Gastwirt aus dem Innviertel, dem in der Nacht auf den 27. Jänner bei einem Verkehrsunfall der Unterarm abgerissen worden war, der aber trotzdem einen Horror-Marsch von 1,5 Kilometern bis ins Krankenhaus Braunau schaffte. In einem Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" vom Montag schilderte der 34-jährige Familienvater jetzt erstmals seine Erlebnisse.

Er habe auf der Heimfahrt plötzlich die Kontrolle über sein Auto verloren, der Wagen durchstieß eine Leitschiene. "Als ich zu mir gekommen bin, war alles blutüberströmt. Mein Unterarm fehlte und ich steckte regelrecht in dem Wrack", erzählte der Mann in dem OÖN-Interview. Irgendwie sei es ihm dann gelungen, sich aus dem Unfallauto zu befreien.

Per Autostopp: Keiner hielt an
Er habe dann versucht, per Autostopp ins Krankenhaus zu kommen, doch niemand blieb stehen. "Das ist aber auch kein Wunder, so wie ich ausgesehen habe", sagt der Gastwirt jetzt. Damals jedenfalls habe er "mit aller Gewalt versucht, ins Krankenhaus zu kommen". Dass er verblute könnte, daran habe er in diesem Moment gar nicht gedacht.

Polizei fand abgetrennten Arm: Wieder angenäht
Tatsächlich gelang es dem Mann, ins Krankenhaus zu kommen. Gendarmen fanden kurze Zeit später den abgetrennten Unterarm. In einer sechsstündigen Operation wurde dieser wieder angenäht. Der Gesundheitszustand des 34-Jährigen wird von den Ärzten des UKH Salzburg, wo er derzeit liegt, als "den Umständen entsprechend gut und stabil" bezeichnet. "Ich bin schon froh, dass ich etwas spüre", ist der Gastwirt zuversichtlich. Ob er seinen Arm wieder voll bewegen wird können, steht aber noch nicht fest.

Nach den schrecklichen Erlebnissen plagen den Innviertler immer noch Albträume. Aber eines sei ihm durch diesen Unfall klar geworden, sagte er in dem Interview: "Geld ist nicht wichtig. Du kannst haben, was du willst, wenn's vorbei ist, ist's vorbei".

10.2.2003 13:02