Freitag, 7. Februar 2003

FORMAT: Die Billig-Airlines rüsten weiter nach

  • Lauda-Comback als Billigflieger möglich

Die Billigcarrier wie Ryanair und Germanwings starten neue Österreich-Strecken, Dumpingangebote via Deutschland werden zunehmend genutzt. Auch Niki Lauda denkt über eine neue Airline nach (Story im Kasten rechts).

Michael O'Leary hat wieder einen Coup ganz nach seinem Geschmack gelandet. Er übernimmt am 1. April die KLM-Tochter Buzz um 23,9 Millionen Euro (siehe Kasten rechts). Die Ryanair, die im laufenden Geschäftsjahr 750 Millionen Euro Umsatz anpeilt, wird damit um weitere 140 Buzz-Millionen schwerer.

So mancher Manager großer Airlines hatte gehofft, der Spuk der Billigkonkurrenz werde bald vorüberziehen. Doch die Newcomer rüsten weiter auf. Auch die Österreicher werden sich im Frühjahr und Sommer über eine Reihe neuer Strecken freuen können. Die Austrian-Airlines-Gruppe muß sich noch fester anschnallen. Die nervöse Stimmung in der Branche heizt ein brandheißes Gerücht zusätzlich an: dass nämlich der weltbekannte Ex-Airliner Niki Lauda überlegt, eine eigene Diskont-Linie aufzuziehen (Story im Kasten rechts).

Generell wird die Palette an Billigtickets für die Österreicher immer umfangreicher. Die AirBerlin (siehe auch kasten rechts), die bislang nur Dortmund bediente, fliegt seit Anfang Februar von Wien auch nach Berlin - ab 58 Euro hin und retour, inklusive Abgaben - und ab 78 Euro nach Hamburg. Anfang März nimmt AirBerlin-Boss Joachim Hunold den erweiterten Betrieb Wien-Dortmund auf, Anfang Mai nach Düsseldorf.

Die SkyEurope des Österreichers Christian Mandl, die von der slowakischen Hauptstadt Bratislava aus operiert, bietet ab dem Sommerflugplan drei attraktive Urlaubsdestinationen in Kroatien für 46 Euro (one way): Dubrovnik, Split und Zadar. Im Spätsommer hebt SkyEurope unter anderem nach Paris, Amsterdam und Rom ab. Ein Shuttlebus bringt die Passagiere um zehn Euro von Wien ins 60 Kilometer entfernte Bratislava.

Im Vorjahr flog in Europa bereits jeder zehnte Passagier mit einer sogenannten "No Frills"-Gesellschaft - steht im Englischen für: ohne Schnickschnack. Das Preisargument zieht bei den Konsumenten, keine Frage. So kostet ein Flug von Wien nach Köln und zurück bei AirBerlin ab 58 Euro. Bei der AUA ist derselbe Trip im günstigsten Fall um 110 Euro zu kriegen.

Billig umsteigen
Ein Wermutstropfen: Weil Österreich klein ist, gibt es von hier aus, trotz laufender Ausweitung des Angebots, noch immer vergleichsweise wenige Direktflüge von Dumpinglinien. Findige Flugreisende nutzen daher zunehmend die Möglichkeit, über Deutschland für wenig Geld zu anderen Destinationen zu gelangen. Die Germanwings, eine Beteiligung der Lufthansa, setzt besonders auf dieses Geschäft. Ein Beispiel: Von Wien über Köln ins schottische Edinburgh schlägt bei Germanwings mit wohlfeilen 156 Euro Buche.

Bestpreise für Frühbucher
Allerdings sind Schnelligkeit und frühes Buchen auch bei den Diskontern angesagt. Die groß hinausposaunten Superrabatte gelten immer nur für wenige Plätze. Für die echten Schnäppchen muss im Schnitt zwei Monate vor Abflug gebucht werden. Generell gilt: Am Wochenende und zu Ferienzeiten sind die billigsten Tickets am schnellsten weg.

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7.2.2003 10:12