Donnerstag, 6. Februar 2003

Nach Sparkurs: Sprint mit schwarzen Zahlen

  • US-Telekomkonzern: Weit reichende Kosteneinsparungen
  • Sprint: Viertgrößter Ferngespräch-Anbieter des Landes

Der US-Telekomkonzern Sprint hat 2002 nach Milliarden-Verlusten wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich fiel ein Nettogewinn von 630 Mio. Dollar (577 Mio. Euro) an nach einem Verlust von 1,4 Mrd. Dollar im Vorjahr. Sprint, der viertgrößte US-Anbieter von Fernsprechdiensten, begründete den Gewinn mit Kosteneinsparungen. Der Umsatz verbesserte sich leicht auf 26,63 Mrd. Dollar (Vorjahr: 26,52 Mrd Dollar).

Auch das Ergebnis im 4. Quartal war mit einem Gewinn von 39 Mio. Dollar (Vorjahr: 1,23 Mrd. Dollar Verlust) wieder positiv. Der Quartalsumsatz des in Overland Park (Kansas) ansässigen Unternehmens war mit 6,53 Mrd. Dollar praktisch unverändert. Beim Ergebnis pro Aktie erreichte Sprint ohne Berücksichtigung von Sondereffekten 37 Cents nach 23 Cents in der Vorjahresperiode. Analysten hatten ein Ergebnis je Aktie in der Spanne von 36 bis 41 Cents erwartet.

Weit reichende Kosteneinsparungen
Das Wiedererreichen der Gewinnschwelle begründete Sprint mit weit reichenden Kosteneinsparungen, die die Geschäftseinbußen wegen der anhaltend schwachen Nachfrage und des scharfen Preiswettbewerbs mehr als ausgeglichen. Sowohl in der Festnetz-Sparte als auch im Mobilfunk sei die Kundenzahl gewachsen. Die Mobilfunktochter Sprint PCS zählte den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorquartal mit 14,8 Mio. Nutzern 250.000 mehr Kunden, womit die Analystenerwartungen deutlich übertroffen wurden.

15.000 Arbeitsplätze abgebaut
Der scheidende Vorstandschef William Esrey hatte mehr als 15.000 Arbeitsplätze abgebaut, um der flachen Umsatzentwicklung Rechnung zu tragen. Hierdurch rutschte Sprint unter den führenden Fernsprechunternehmen auf Platz vier hinter Verizon. AT&T ist der Branchenerste und WorldCom ist die Nummer zwei.

Führungskräfte zum Rücktritt gezwungen
Wie die Online-Ausgabe der Zeitung "The Wall Street Journal" meldete, habe der Verwaltungsrat Esrey und den Präsidenten des Unternehmens, Ronald LeMay, zum Rücktritt gezwungen. Beide hätten Steuerschlupflöcher in einer Art und Weise benutzt, die zu Ermittlungen des Finanzamtes geführt hätten, schrieb das Blatt. Anfangs hatte es geheißen, Esrey sei wegen seiner Krebserkrankung zurückgetreten.

Weitere Informationen:

  • Sprint-Website

    6.2.2003 10:23