EMTS: "Auf Niveau einer Frittenbude"
- Aktionäre wegen möglicher Insolvenz besorgt
- Bankverbindlichkeiten bei 17,4 Mio. Euro
·EMTS-Ex-Chef
Klage gegen Kapitalaufstockung
·EMTS
Kapitalaufstockung beschlossen
Um die Frage einer möglichen Insolvenz dreht sich die außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre des an der Zürcher Börse notierten Salzburger Handydienstleisters EMTS. Vorstandsvorsitzender Christian Rosner schilderte vor den rund 60 anwesenden Aktionären in Salzburg, dass nach der Aufkündigung der Verträge mit der Firma Nokia rund die Hälfte des Stammkapitals verloren sei. Der stellvertretende Aufsichtsrats-Chef Walter Schadenfroh meinte zum Cash-Status: "Vor drei Monaten waren wir auf dem Niveau einer Frittenbude angelangt."
Die Bankverbindlichkeiten würden 17,4 Mio. Euro betragen. Dazu kämen noch geringe Lieferantenverbindlichkeiten, auch mehrere Firmenfahrzeuge und das Firmenflugzeug, so Rosner. Auf die Frage des Insolvenzrisikos gab es wiederholt ausweichende Antworten. "Wir bemühen uns um Maßnahmen, um die Liquidität aufrecht zu halten", so Rosner. Und Schadenfroh ergänzte, dass man mit den Banken in Verhandlung sei, was die Liquidität betreffe. Die österreichische EMTS-Niederlassung befindet sich laut Rosner "in einer schwierigen Situation", man werde versuchen, eine Insolvenz zu vermeiden.
1.500 Arbeitsplätze gefährdet
In einzelnen Ländern gibt es laut Rosner auch Haftungen gegenüber Tochtergesellschaften, man versuche aber, diese möglichst gering zu halten. Der Aufsichtsrat helfe intensiv mit, die Arbeitsplätze der 1.500 Mitarbeiter zu halten. Zur Frage von strafrechtlichen Tatbeständen meinte Rosner: "Wir haben viele Informationen, die gehören konsolidiert."
Schlechte Aktionärs-Stimmung
Die Stimmung unter den Aktionären ist eher schlecht. Viele zweifeln ganz massiv an der Liquidität von EMTS. Mit der für heute geplanten Kapitalerhöhung soll die Zukunft gesichert werden. Die Aktionäre stehen dem aber zumindest vorerst noch skeptisch gegenüber, weil sie dadurch vom Bezugsrecht ausgeschlossen werden.
Bilanzmanipulation?
Der Anwalt des früheren EMTS-Vorstandes Franz Guggenberger, Berndt Sedlazeck, wies am Rande der Hauptversammlung gegenüber der APA alle Vorwürfe zurück, wonach Guggenberger die Bilanzen manipuliert haben soll. Den Prüfbericht habe er noch nicht erhalten, deshalb kenne er die Anschuldigungen noch nicht konkret.
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