Tele2 steigt nun doch ins Mobilfunkgeschäft ein
- Nicht als "virtueller Netzbetreiber", sondern als Wiederverkäufer
·Österreich '03
Zuversicht in Mobilfunkbranche
Der Festnetz- und Internetbetreiber Tele2 steigt nun doch in Kooperation mit dem drittgrößten Handybetreiber One ins Mobilfunkgeschäft ein, allerdings vorerst nicht - wie ursprünglich beabsichtigt - als so genannter virtueller Netzbetreiber (MVNO), sondern als so genannter ESP (Enhanced Service Provider), der sich auf den Wiederverkauf von bestehenden Leistungen beschränkt, teilte Tele2 mit.
Tele2 wollte im Sommer als "virtueller Netzbetreiber" mit Hilfe der Sendeanlagen von One und mit der eigenen mobilen Vorwahl "0688" ins Handygeschäft einsteigen, der Telekom-Regulator verweigerte Tele2 aber mit Verweis auf das bestehende österreichische Telekomgesetz (TKG) die "Lizenz zum Funken", da auch ein MVNO eine eigene Mobilfunklizenz benötige. Das neue TKG, das bis spätestens 25. Juli 2003 beschlossen werden soll, wird voraussichtlich MVNOs von der Lizenzpflicht befreien.
MVNO vs. ESP
Ein MVNO betreibt mit Ausnahme von Funkmasten und Frequenzen alles selbst, was zum Handygeschäft gehört (beispielsweise Switches und Server), und tritt mit eigener Vorwahl und eigenen SIM-Karten auf. Ein ESP hingegen, der schon jetzt keine eigene Mobilfunklizenz braucht, nützt ausschließlich bestehende Infrastruktur eines Lizenzinhabers und beschränkt sich auf das Wiederverkaufen von Leistungen eines bestehenden Mobilfunkbetreibers, kann aber auch spezielle Tarife und spezielle Dienste anbieten.
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