Mittwoch, 5. Februar 2003

Südafrika setzt auf Open Source

  • Microsoft sieht sinkende Umsätze durch freie Software

Die südafrikanische Regierung hat eine Empfehlung für die Verwendung von Open-Source-Software (OSS) bei Behörden abgegeben. Das Strategiepapier fordert die Regierungsstellen auf, im Auswahlprozess OSS und etablierte Software unter den gleichen Auswahlmethoden zu beurteilen. Dabei soll OSS bei Gleichstand der Vor- und Nachteile der Vorzug gegeben werden.

"OSS ist ein besonders nützliches Werkzeug für Entwicklungsländer um mehrere Stufen auf dem Weg in das Informationszeitalter zu überspringen", heißt es in dem Strategiepapier der Regierung, das von dem "Government Information Technology Officers' Council" verfasst wurde. Demnach erhofft sich die südafrikanische Regierung von OSS geringere Kosten, größere Kontrolle über die Software, eine schnellere Anpassung der Lösungen an die Bedürfnisse der Behörden, sowie einen Entwicklungsschub für die einheimische IT-Industrie.

Microsoft sieht sich gefährdet
Die Entscheidung der südafrikanischen Regierung spiegelt einen Trend wider, der auch Microsoft beunruhigt. In einer Eingabe an die Securities and Exchange Commission (SEC), der Börsenaufsicht der USA, sieht der Softwarekonzern sein Geschäftsmodell durch OSS gefährdet. "Die zunehmende Popularität des Open-Source-Modells, einschließlich der Versuche von Vertretern der Bewegung Regierungen von OSS zu überzeugen, stellt eine große Herausforderung für das Geschäftsmodell des Unternehmens (Microsoft) dar", heißt es in der Erklärung des Unternehmens. Sollte das Modell weitere Akzeptanz gewinnen, könnten die Software-Verkäufe des Unternehmens zurückgehen, so Microsoft. "Das Unternehmen könnte gezwungen sein, die Preise seiner Produkte zu reduzieren. Umsätze und Gewinne würden in Folge zurückgehen." (pte/red)

Weitere Informationen:

  • OSS-Strategie-Papier
  • Microsoft-Erklärung an SEC

    5.2.2003 10:30