2 Wochen vor dem Finale: Countdown zum Starhimmel
- PLUS: Wer soll als nächstes raus?
Quotenhit Starmania: Zwei Wochen vor dem Finale kämpfen die Kandidaten um den Sieg. Wer hinter den Kulissen lügt, liebt und leidet.
Die Routine haben sie schon. So, als wären sie wahrhaftige Stars und hätten den Glanz nicht nur für vier Monate im ORF-eigenen Fundus abgeholt wie ein Faschingskostüm. Jeden Tag Gesangs- und Choreografieproben, Autogrammstunden, Interviews, die Auftritte, zu denen sie vom Chauffeur verladen und wieder heimtransportiert werden. „Starmania“ geht ins Finale. Und wenn der irgendwann unvermeidliche Kollaps zum Leben einer Zelebrität gehört, wird es garantiert auch daran nicht fehlen. Fünf sind übrig, und das Ausscheidungsritual um den Titel „österreichischer Popstar“ dauert noch zwei Wochen. Am 21. Februar entscheidet das Publikum. Dann werden nur noch drei verblieben sein. Favoritin Christina Stürmer artikuliert derweil schon Illusionslosigkeit: „Ich glaube nicht, dass man als Sieger dieser Show international Karriere machen kann.“
Machtkämpfe und Weinkrämpfe
Auf solch rasanten Illusionsverschleiß reagieren die Kandidaten je nach Fasson. Die einen, analysiert Vocal-Coach Alexander Diepold, leiden an Motivationsverlust. „Ich muss“, so der Pädagoge, „oft hart durchgreifen und manchen Kandis begreiflich machen, dass Gemütlichkeit nicht zu Ruhm führt.“ Auf der anderen Seite regieren Mobbing, Konkurrenzkampf und Allüren. „Die Sache ist grimmiger und kälter geworden. Unter den Kandidaten spüre ich starke Spannungen. Mit der Skikurs-Stimmung ist es endgültig vorbei. Wenn eine Aufnahme nicht klappt, brechen die jungen Künstler regelmäßig in Tränen aus. Weinkrämpfe gehören im Tonstudio zur Tagesordnung. Wir Coaches müssen oft seelischen Beistand leisten.“
Livia lügt
Ein ganz schlimmer Finger ist Livia, die 28-Jährige mit den Allüren einer Diva. „Hier kann ich nichts mehr lernen“, ließ sie das ob solcher Dreistigkeit sprachlose Pädagogenkollegium wissen.
Vielleicht, weil ihr Diepold schon alles beigebracht hat: Die beiden kannten einander schon vor „Starmania“-Zeiten. Die Dame mit dem Drang zur Bedeutung hatte schon in Diepolds Unique-Voice-Studios Gesangsstunden genossen, als vom TV noch keine Rede war. In der Sendung allerdings beeidete sie, das Singen nie erlernt zu haben und die ganz überwältigende Fülle an Klugheit und Können vom Himmelvater persönlich empfangen zu haben.
D. Bardel, M. Mayer
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