Während Powell-Rede: Weltbörsen bauen Gewinne aus
- Dow Jones 0,9 Prozent höher, Dollar legt zu
- Ölpreis sinkt
Die internationalen Leitbörsen haben ihre Gewinne schon während besonders aber nach der mit Spannung erwarteten Rede von US-Außenminister Colin Powell vor dem UNO-Sicherheitsrat ausgebaut. Auch der US-Dollar konnte sich erholen. Die "Krisenindikatoren" Öl und Gold hingegen gaben deutlich nach.
Kurzfristig orientierte Anleger, die im Vorfeld der Rede auf sinkende Kurse gesetzt hatten, haben sich an der Wall Street und in Deutschland wieder mit Aktien eingedeckt, sagte ein Aktienhändler einer Frankfurter Großbank. Die von Powell vorgelegten Beweise seien bisher eher dünn, hieß es im Handel.
Zudem hatte es Medienberichte gegeben, wonach der irakische Staatschef Saddam Hussein den Irak verlassen habe. Die Nachrichtenagentur ddp meldete unter Berufung auf britische und US-Geheimdienstquellen, dass es Hinweise gebe, dass Saddam Hussein und seine Familie den Irak aus Angst vor einem Krieg bereits verlassen hätten. Laut ddp berufen sich die Geheimdienste auf Quellen in Bagdad. Es sei aber nicht bekannt, in welches Land Saddam Hussein gegangen sei.
Bereits während der Rede deutliche Zugewinne
Bereits während der für 16:30 Uhr MEZ angesetzten Rede konnten die Märkte stark zulegen. Die Börsen erholten sich damit deutlich von den Verlusten von Dienstag, als die Unsicherheiten im Vorfeld der Rede für Kursverluste auf breiter Front gesorgt hatten. Gegen 19:00 Uhr notierte der Dow Jones-Index der New Yorker Börse 1,47 Prozent fester bei 8.131,01 Punkten. Noch kräftiger fielen die Gewinne in Frankfurt aus. Nach einem schwachem Auftakt, der die Börse in die Nähe von neuen Mehrjahrestiefs brachte, notierte der deutsche DAX eine Stunde vor Handelsschluss 3,70 Prozent fester bei 2.730,50 Punkten.
Auch der jüngst wegen der Irak-Krise deutlich gefallene US-Dollar konnte sich nach der Powell-Rede deutlich erholen. Der Euro fiel im Gegenzug unter die Marke von 1,09 US-Dollar. Gegen 19:00 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0766 Dollar. Auch Devisenhändler erklärten die Dollar-Gewinne mit den Gerüchten um eine Ausreise von Saddam Hussein aus dem Irak.
Ölpreis gibt deutlich nach
Die Ölpreise sind am Mittwoch nach der Rede von US-Außenminister Colin Powell zum Irak-Konflikt wieder deutlich gesunken, nachdem sie davor weiter angezogen hatten. In London kostete am Abend ein Barrel (rund 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im März mit 31,00 Dollar neun Cent weniger als am Vortag.
Der Preis hatte zuvor vorübergehend um mehr als einen halben Dollar im Vergleich zum Vortag zugelegt. Händler fürchten, dass ein Irak-Krieg zu erheblichen Unterbrechungen der Öllieferungen aus dem Nahen Osten führen könnte, der ein Drittel der weltweiten Ölförderung abdeckt.
Die Ölpreise sind am Mittwoch nach Beginn der Powell-Rede weiter gestiegen. In London kostete am späteren Nachmittag ein Barrel (rund 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 31,60 Dollar und damit 51 Cent mehr als am Vortag. Terminkontrakte auf US-Öl notierten 57 Cent höher auf 34,15 Dollar je Barrel. Händler fürchten, dass ein Irak-Krieg zu erheblichen Unterbrechungen der Öllieferungen aus dem Nahen Osten führen könnte, der ein Drittel der weltweiten Ölförderung abdeckt.
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