Falsche euros: 5 Blüten-Verteiler in Salzburg gefasst
- 50er und 100er-Noten schon im Umlauf
- 50-Euro-Noten besonders häufig gefälscht
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Das Euro-Preisge-
fühl in Österreich
In Salzburg ist ein Geldfälscher-Ring ausgehoben worden. Bei der Polizei-Aktion wurden fünf Verdächtige in Haft genommen. Sie sollten für eine bulgarische Bande Blüten unters Volk bringen - und haben damit auch schon begonnen!
Eine zweite Bande wurde im Burgenland aufgegriffen. Trotzdem: Der Zahlungsverkehr in Österreich ist durch den Euro angeblich sicherer geworden.
Die Fälscherbande war eigentlich bereits im Dezember in Bulgarien der Polizei ins Netz gegangen. Drei Millionen Euro Falschgeld wurden damals sicher gestellt.
Bei den jetzt Verhafteten handelt es sich um die Verteiler, die die Blüten in Österreich und Bayern unters Volk bringen sollten.
50er und 100er schon im Umlauf
Die Polizei warnt davor, dass bereits eine Anzahl von 50- und 100-Euro-Blüten im Umlauf sind. Sie seien von "hoher Qualität".
Fälschen wurde durch Euro schwerer
Der Zahlungsverkehr in Österreich ist seit der Einführung des Euros sicherer geworden. 2002 wurden nur mehr etwa halb so viel gefälschte Banknoten sichergestellt wie im Jahr zuvor. "Grundsätzlich ist das ein gutes Ergebnis. Der Trend der vergangenen vier Monate rät allerdings zur Vorsicht", sagten Innenminister Ernst Strasser (V) und der Chef des Bundeskriminalamtes (BK) Herwig Haidinger am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Wermutstropfen dabei: Die Angestellten des Einzelhandels nehmen die Fälschungen meistens an, ohne auch nur Verdacht zu schöpfen.
Das gute Ergebnis - insgesamt wurden 5.068 Stück gefälschte Euroscheine mit einem Nennwert von 300.000 Euro sichergestellt - ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass sich die kriminellen Banden erst auf die neue Situation einstellen mussten. "Der Euro ist wesentlich fälschungssicherer als die Vorgängerwährungen", meinte Strasser. 2001 wurden 11.711 "Blüten" entdeckt (2.780 Schilling-Scheine, 1.346 DM und 7.585 Lire), der Nennwert hatte umgerechnet 700.000 Euro betragen.
Besonders freut die Ermittler, dass ein Drittel der "Blüten" aus dem Verkehrs gezogen wurde, bevor sie in Umlauf gekommen sind. "Hier wurden nur die Kriminellen geschädigt. Und das wollen wir auch", sagte Erich Zwettler Chef der Abteilung 3 im BK (Ermittlungen gegen organisierte und allgemeine Kriminalität).
Die Banden operieren vor allem von Südosteuropa aus. "Wir haben in Österreich bisher keine einzige Fälscherwerkstatt", so Strasser. Die Kriminellen haben sich vor allem auf die Produktion von 50- und 100-Euro-Scheinen spezialisiert. Der Grund dafür: Im Gegensatz zu den 200- bzw. 500-Euro-Banknoten sind genügend dieser Scheine im Zahlungsverkehr im Umlauf, zehn-Euro-Scheine sind hingegen kaum rentabel. Am meisten Falschgeld kursierte 2002 in Ostösterreich.
Das größte Problem für die Behörden ist allerdings, dass die Bevölkerung noch zu wenig für Fälschungen sensibilisiert ist. Selbst die Angestellten des Einzelhandels erkennen die Blüten kaum. Die meisten Falsifikate wurden erst bei Kontrollen im Geldservice Austria entdeckt.
Schlag gegen andere Fälscher-Bande am 19.1.
Zollorganen und Beamten der Kriminalabteilung Burgenland gelang ein schwerer Schlag gegen eine international agierende Euro-Fälscherbande aus Serbien-Montenegro, dem bisherigen Jugoslawien. Drei Männer wurden verhaftet und gefälschte Euro-Banknoten im Nominalwert von über 100.000 Euro sichergestellt. Transportiert wurde das Falschgeld in einem aus Serbien-Montenegro kommenden Linienreisebus, der auf der Ostautobahn A 4 gestoppt wurde.
Fündig wurde eine mobile Einsatzgruppe der Zollwache bereits am 19. Jänner. An diesem Tag wurde der Reisebus, der die Grenzkontrollstelle Nickelsdorf passiert und als Fahrziel Wien-Südbahnhof hatte, auf der A 4 angehalten und einer so genannten Nachkontrolle unterzogen.
Das Reisegepäck eines 38-jährigen serbisch-montenegrinischen Staatsangehörigen erwies sich als "Bombe": Die Beamten holten nach und nach 704 Stück 100-Euro-Banknoten und 599 Stück 50-Euro-Scheine im Nominalwert von 100.350 Euro heraus. Das Falschgeld war auf 13 Pakete zu je 100 Stück aufgeteilt und in Alufolie eingewickelt. Die Pakete steckten in sechs aus Jugoslawien stammenden Babynahrung-Kartonagen, versteckt zwischen Alupackung und Außenverpackung. Bei den Euro-Banknoten handle es sich um Fälschungen von guter Qualität, heißt es.
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