Sonntag, 9. Februar 2003

Turgeon beendete kanadische WM-Durststrecke

  • Einstiges Supertalent gewann Gold in der Abfahrt
  • PLUS: Ihr Gold-Tipp: Wie viele WM-Medaillen holt Österreich?

So wie Michael Walchhofer am Samstag bei den Herren schnappte sich nun auch Melanie Turgeon bei den Damen ohne einen einzigen Abfahrts-Weltcup-Sieg auf dem Konto WM-Gold in der "Königsdisziplin". Die Nordamerikanerin beendete damit eine zehnjährige Durststrecke ihres Heimatlandes, das zuletzt vor zehn Jahren dank Kate Pace in Morioka (Abfahrts-Gold 1993) über eine WM-Medaille gejubelt hatte.

Gleichzeitig setzte sie auch einem langen persönlichen Leidensweg ein endgültiges Ende, denn das einstige kanadische "Wunderkind" wurde immer wieder durch ihre chronischen Rückenprobleme aus der Bahn geworfen. "Dadurch schmeckt dieser Sieg nur noch süßer", weiß die "Mel T" und "Boum-boum" genannte Turgeon ihre harte Arbeit und die erste Medaille bei einem Großereignis besonders zu schätzen: "Dieser Titel war keine Frucht des Zufalls, sondern eine Frucht der Arbeit."

Dabei schien Turgeon zu Beginn ihrer Karriere alles in den Schoß zu fallen, denn bei der Junioren-WM 1994 räumte die Kanadierin groß ab, holte fünf Medaillen, vier davon in Gold. Es folgten jedoch die Beschwerden im Rückenbereich und vier Jahre im Europacup. 1999 in der Abfahrt in der Sierra Nevada gelang der Dame aus Quebec dann der erste Weltcup-Podestplatz und ein Jahr später in Innsbruck der erste und bisher einzige Weltcup-Sieg in ihrer eigentlich stärksten Disziplin Super G.

Ähnlich wie für Meissnitzer glänzte auch für die ex-aequo-Zweite Rey-Bellet Silber wie Gold - kein Wunder, schließlich war es nach vier Olympischen Spielen und vier Weltmeisterschaften ohne Beute ihre erste Medaille bei einem Großereignis. "Und das noch dazu in meiner Heimat", war die zuletzt in einigen Schweizer Zeitungen heftig Kritisierte glücklich. Rey-Bellet hatte wie "Meissi" an den Folgen einer Knieverletzung zu knabbern gehabt.

U.a. hatte Ex-Weltmeister Peter Müller sie für die schlechte Stimmung im Schweizer Damenteam verantwortlich gemacht. "Das hinter mir zu lassen, war nicht leicht", berichtete die Team-Leaderin über schwierige Tage und nun noch größere Freude.

9.2.2003 16:53