Abfahrt brachte endlich WM-Stimmung nach St.Moritz
- Schweizer durften erste Medaille durch Bruno Kernen feiern
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Österreichs Ab- fahrts-Weltmeister
Die Abfahrt der Herren hat am Samstag eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass auch im Nobelort St. Moritz echte WM-Atmosphäre aufkommen kann. 38.000 Fans feierten im Engadin ein Skifest bei größtenteils Postkartenwetter und in einer bei dieser WM noch nicht einmal annähernd dagewesenen Atmosphäre. Noch dazu auch mit einem Happy End für die Gastgeber, die mit der Bronzenen von Bruno Kernen die erste Medaille einstreifen durften.
Erstmals waren die Ränge gerammelt voll, erstmals waren hunderte Kuhglocken, "Hopp Schwiiz"- und "Immer wieder Österreich"-Rufe zu hören und erstmals erinnerte die Stimmung ein wenig an die vor zwei Jahren bei der "Ballermann"-WM in St. Anton. Bereits in den frühen Morgenstunden begann die Abfahrtsparty, dutzende Busse vor allem aus Österreich und der Schweiz trudelten ein. Die Modefarben in der Stadt sowie danach auf dem Berg waren natürlich Rot und Weiß - je nach Bedarf gekreuzt oder gestreift.
Die schmalen Wege rauf zur "Corviglia"-Strecke wurden von Fans überschwemmt, dennoch schafften es die meisten rechtzeitig zur eindrucksvollen Show der Schweizer Luftwaffe, die mit sechs Fliegern sensationelle Formationen ablieferte. Während des Rennens erreichte die Stimmung natürlich bei den Fahrten von Bruno Kernen, Ambrosi Hoffmann und Didier Cuche den Siedepunkt, aber trotz der Hochform der Fans war sich nicht nur der Großereignis-erfahrene "Formel-1-Peter" aus Kitzbühel sicher: "Mit St. Anton kannst des net vergleichen."
Eine Rückkehr auf die Erfolgsspur feierte gemeinsam mit den Fans Bruno Kernen, Abfahrts-Weltmeister von Sestriere 1997. Nach einem jahrelangen Hänger kehrte der Schweizer am Samstag wieder auf das WM-Podest zurück, für das er sich bereits Mitte Jänner mit seinem Erfolg in Wengen empfohlen hatte. "Mein Beispiel zeigt, dass man mit Beharrlichkeit und Willen Vieles erreichen kann", meinte der 30-Jährige, der vor genau sechs Jahren Weltmeister geworden war.
Kernen erlöste mit seiner Bronzenen auch das gesamte Schweizer Team, das bereits unter Beschuss geraten war. "Man hat doch schon deutlich gespürt, dass der Druck gestiegen ist", erklärte der Sieger von drei Weltcup-Abfahrten, der sich aber grundsätzlich nicht als Team-, sondern Einzel-Sportler sieht: "Ich gewinne alleine und verliere alleine."
