Freitag, 7. Februar 2003

"Schröcksnadel ist ein eiskalter Geschäftsmann"

  • "Solch einen Typen" wünscht sich Wasmeier für Deutschland
  • PLUS: Gratulieren Sie unseren beiden Medaillengewinnern!

Markus Wasmeier hat den Deutschen Skiverband (DSV) erneut hart attackiert und eine professionellere Einstellung in der Verbandsspitze gefordert. "Egal ob in einem Verband oder Unternehmen: Der Kardinalfehler ist, wenn man sich neuen Zeiten nicht anpasst", sagte der Doppel-Olympiasieger von 1994 dem "Handelsblatt". "Festgefahrene Strukturen" und "eine Denkweise wie vor 30, 40 Jahren" verhindern laut Wasmeier den Weg aus der deutschen Alpin-Krise.

Als gutes Beispiel nannte Wasmeier den Österreichischen Skiverband (ÖSV), dessen Präsident Peter Schröcksnadel "ein eiskalter Geschäftsmann" sei. "Solch einen Typen bräuchten wir auch bei uns", betonte der 39-Jährige.

Auch die der Weltspitze deutlich hinterher fahrenden DSV-Herren wurden von Wasmeier kritisiert. "Unsere sind alle zu brav, das sind alles keine Stuntman-Typen. Was wir brauchen, sind Rennfahrer und keine Trainingsweltmeister", erklärte der Riesenslalom-Weltmeister von 1985. Wasmeier, der für die ARD als Experte von der WM in St. Moritz berichtet, schließt ein eigenes Engagement in der Spitze des DSV jedoch aus. "Ich habe genügend Ideen und Visionen. Aber eine Aufgabe dieser Größenordnung würde ich mir nicht zutrauen."

Auch FIS-Präsident Gianfranco Kasper sorgt sich um den alpinen Skisport in Deutschland. "Wir haben in Deutschland eine katastrophale Situation, das muss man ganz klar sagen. Wir haben vor allem bei den Herren keine Mannschaft, damit ist das Interesse stark zurück gegangen." Deutschland sei der weltweit größte Markt und ohne den ginge nicht viel.

7.2.2003 10:44