Stimmung in St. Moritz "wie bei Beerdigung"
- Schweizer Presse kritisiert sportliche Erfolglosigkeit
- Nur Kernen fix für WM-Abfahrt gesetzt
St. Moritz wollte keinen Ballermann und hat jetzt eine "Stimmung wie bei einer Beerdigung" (Blick). In St. Moritz macht sich nach zwei Medaillen- und daher stimmungslosen Rennen bei den Gastgebern Katzenjammer breit. Die Erfolglosigkeit der Schweizer bei der Ski-WM und die generelle Zurückhaltung der Engadiner wird für die bisher eher laue Stimmung im noblen WM-Ort verantwortlich gemacht.
Offiziell 15.000 Zuschauer waren beim Herren-Super G am Sonntag auf der Corviglia gewesen, doch schon beim Damenrennen sah man schütter besetzte Tribünen, und die Platzsprecher seien so monoton und freudlos gewesen, dass nie Stimmung aufgekommen wäre, hieß es auch in vielen kritischen Zeitungsberichten. Es sei ein Trauerspiel vor halb leeren Tribünen gewesen, schrieb Blick. St. Moritz erinnere bisher eher an einen Pensionistenausflug, so die Meinung einiger.
In den Tageszeitungen häuften sich daher am Dienstag die Aufrufe an die schweizerischen Rennfahr/innen, endlich Gas zu geben. Es sei legitim, einen Exploit bei einer Heim-WM zu erwarten, schrieb etwa der Tagesanzeiger und fragte: "Wer entfacht an der WM den Funken?" Die US-Amerikaner können sich hervorragend auf Großereignisse einstellen, die Schweizer sähen hingegen den Glanz der Medaillen bisher nur aus der Ferne. Im Blick-Kommentar hieß es: "Es ist nicht verboten, bei einer WM über sich hinaus zu wachsen."
Nur Kernen fix für Abfahrt qualifiziert
Bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften in St. Moritz ist im Herren-Team der Schweizer nur Bruno Kernen, der heuer das Lauberhorn-Rennen in Wengen gewonnen hat, für die WM-Abfahrt am Samstag gesetzt. Bei den Frauen sind Corinne Rey-Bellet, Sylviane Berthod und Catherine Borghi fix vorgesehen. Karl Frehsner hatte sich vorerst über den Qualifikationsmodus noch nicht festgelegt, doch dürfte Didier Cuche als Podest-Fahrer in diesem Winter einen leichten Vorteil gegenüber den andern Läufern haben.
