Barcelona-Chef Gaspart gibt auf
- "Ich war ein schlechter Präsident"

Der umstrittene Präsident des FC Barcelona, Joan Gaspart, wirft das Handtuch. Elf Tage nach der Entlassung von Trainer Louis van Gaal kündigte der 58-jährige Hotelier am Freitagabend für den 1. März seinen Rücktritt an. Gaspart reagierte damit auf den anhaltenden Unmut über die Talfahrt des Traditionsclubs, der die schwerste Krise seiner 104-jährigen Geschichte durchmacht.
"Barca" rangiert derzeit nur auf dem 15. Tabellenplatz und muss um den Klassenverbleib bangen. "Ich war ein schlechter Präsident, ich bin mir meiner vielen Fehlentscheidungen bewusst", gestand Gaspart. Seinem von vielen als arrogant kritisierten Stil blieb er dennoch treu: "Ich bin eine einzigartige Persönlichkeit."
Am 1. März will der scheidende Vereinsboss der Mitgliederversammlung für Ende der Saison Vorstandsneuwahlen vorschlagen. Bis dahin übernimmt Vizepräsident Enric Reyna, ein Bauunternehmer, das Ruder.
Gaspart stand zweieinhalb Jahre an der Spitze des katalanischen Fußballclubs. Die Bilanz ist verheerend: Drei Trainer wurden entlassen, sechs seiner Stellvertreter traten zurück, der Verein holte keinen einzigen Titel und geriet in Finanznöte. Schon als Gaspart Van Gaal zum zweiten Mal als Coach verpflichtete, hagelte es Kritik. Rücktrittsforderungen wies er aber stets vehement zurück. "Ich gehe für das Wohl des FC Barcelona", sagte Gaspart nun.
Der neue Trainer Radomir Antic muss nun hoffen, dass der Rücktritt zu einem Befreiungsschlag wird. Am Sonntag sitzt der Serbe beim Spiel gegen Athletic Bilbao im Camp-Nou-Stadion erstmals auf der Trainerbank. Am vergangenen Samstag, als Van Gaal schon entlassen worden war, kassierte "Barca" bei Atletico Madrid eine 0:3-Schlappe.
Auch Antic hat einen schweren Stand. Mit Atletico Madrid gewann der 53-Jährige 1996 zwar das Double von Meisterschaft und Pokal. Ihm haftet aber der Ruf eines "Abstiegsspezialisten" an, weil Atletico später - ebenso wie Real Oviedo - mit ihm als Coach den Gang in die Zweite Liga antreten musste.
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