Montag, 3. Februar 2003

Kasparow trotzt Computer Deep Junior Remis ab

  • Auch sechste und letzte Partie endete unentschieden

Das Schachduell zwischen Mensch und Maschine endete in der Nacht zum Samstag in New York mit einem 3:3. Garri Kasparow aus Russland trennte sich in der sechsten Partie von Deep Junior nach 28 Zügen remis, womit der mit einer Million Dollar dotierte Vergleich keinen Gesamtsieger hatte. Der Trip nach New York hat sich für Kasparow dennoch finanziell gelohnt, er erhielt 500.00 Dollar Startgeld und 250.00 Dollar für das Unentschieden.

Im letzten Spiel mit Schwarz wählte der Weltranglisten-Erste noch einmal seine Lieblingsverteidigung Sizilianisch und überraschte den Computer mit einem neuen Läufermanöver. Im 20. Zug wurden die Damen getauscht, kurz darauf opferte Kasparow einen Turm für Springer sowie zwei Bauern und bot Remis an. Die israelischen Programmierer von Deep Junior lehnten zunächst ab, willigten aber wenige Züge später in das Angebot ein.

Auf der anschließenden Pressekonferenz sagte Garri Kasparow, dass er den Wettkampf gern dominiert hätte. Aber zwischen Wunsch und Realität liege manchmal ein Unterschied. Nach dem aufschlussreichen Duell wisse er jetzt, wo die Stärken und Schwächen von Deep Junior liegen. Im taktischen Bereich habe die Maschine ungeheure Möglichkeiten. Im vergangenen Jahr hatte sich Kasparows russischer Erzrivale Wladimir Kramnik vom deutschen Schachprogramm Deep Fritz 4:4 getrennt.

3.2.2003 11:34