"Brauchen uns auch vor Finnen nicht zu verstecken"
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Österreichs Daviscup-Team blickt nach dem 5:0-Auswärtserfolg in Norwegen, dem ersten Sieg in der Fremde nach fast neun Jahren, zuversichtlich der zweiten Runde entgegen. "Finnland ist sicher ein starker Gegner, Jarkko Nieminen kann derzeit jeden schlagen. Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken", gab Jürgen Melzer, der in Oslo eine erfolgreiche Premiere als ÖTV-Nummer eins gegeben hatte, die Parole aus. Die Finnen, bei denen Nieminen als aktuelle Nummer 35 im Entry Ranking besser platziert ist als Stefan Koubek, kommen vom 4. bis 6. April nach Österreich.
Melzer fühlte sich nach der verletzungsbedingten Absage von Koubek als "Leithammel" des Teams recht wohl. "Ich bin in diese Rolle eigentlich reingestoßen worden", sagte der 21-jährige Niederösterreicher. Es habe aber vom ersten bis zum letzten Tag alles gepasst. "In den Einzeln waren wir überlegen, im Doppel war im dritten Satz der Wurm drinnen. Aber ich bin stolz, dass wir noch im fünften Satz gewonnen haben."
Melzer spioniert bei Nieminen
Der Deutsch Wagramer, der kommende Woche beim Challenger in Andrezieux (100.000 Euro+H) ein Viertelfinale zu verteidigen hat, steht auch für das Heimspiel, voraussichtlich in Tirol, zur Verfügung. "Ich bin überzeugt, dass wir die Finnen schlagen werden", sprüht er vor Optimismus. Melzer und Nieminen haben vor dem Daviscup in nächster Zeit einige Gelegenheiten zur gegenseitigen "Spionage": Beide werden bei einigen Turnieren Doppel miteinander spielen. "Es war eigentlich schon für die Australian Open geplant", verriet Melzer-Betreuer Karl-Heinz Wetter.
Knowle soll wieder Doppel spielen
Günter Bresnik erwartet einen ausgeglichenen Länderkampf und will seine Mannschaft nicht favorisieren, auch wenn die bisherigen vier Duelle mit den "Suomi" immer klar an die Alpenrepublik gegangen waren. "Der Spieler dahinter, Tuomas Ketola, ist definitiv schwächer als Nieminen. Unsere Spieler sind klar besser platziert als er, also sollten wir beide Einzel gegen ihn gewinnen", hofft der Wiener. Der dritte Punkt müsste entweder aus einem Sieg über Nieminen oder über das Doppel zu Stande gebracht werden. Apropos Doppel: Bresnik äußerte Verständnis in Richtung Julian Knowle, der kurzfristig für Oslo abgesagt hatte, und hätte ihn zumindest für das Doppel wieder gerne dabei.
Comeback von Koubek & Hipfl
Im Team erwartet werden wieder Koubek und wohl auch Markus Hipfl, der am Montag in Vina del Mar sein Comeback im ATP-Circuit nach sechs Monaten Verletzungspause feierte. Koubeks Rückkehr könnte schon kommende Woche anstehen. "Die Rippe ist so weit in Ordnung, vergangene Woche war er aber krank. Er wird diese Woche mit dem Training beginnen und möchte gerne schon in Rotterdam wieder einsteigen", erläuterte Bresnik. Allerdings wird noch die Trainingsentwicklung abgewartet.
Einzel-Premiere von "Don" Gruber
Ihre Daviscup-Premiere im Einzel haben in Norwegen auch Alex Peya und Konstantin "Don" Gruber gegeben. "Es war eine große Ehre für mich. Ich bin froh, dass wir am Sonntag auch gewonnen haben", meinte Gruber, der auch seinen sogar im ATP-Computer vermerkten Beinamen "Don" erklärte. "Das war in Südamerika. Da habe ich mit langen Haaren gespielt, die ich mit viel Gel zurückgekämmt hatte. Ich habe ein bisserl ausgeschaut wie ein Mafioso und seither diesen Spitznamen." Gilbert Schaller habe ihn dann bei der ITF gleich mit diesem Spitznamen genannt.
Gegen Finnland auf Hardcourt?
Noch offen ist neben dem Austragungsort auch der Belag, wobei man in Richtung Hardcourt tendiert. Allerdings muss das noch mit allen Team-Kandidaten besprochen werden. Auf Grund des Turnierplans bis zum Daviscup würde sich der Hartplatz anbieten, außerdem wäre es billiger als einen Indoor-Sandplatz aufzulegen. Zufriedenheit nach dem glatten Auswärtssieg auch beim ÖTV-Präsidenten: "Das Daviscup-Team der Zukunft hat sich glänzend bewährt", meinte Prof. Ernst Wolner.
Norwegen - Österreich 0:5
Freitag:
Stian Boretti - Jürgen Melzer 2:6,2:6,1:6
Jan Frode Andersen - Alexander Peya 3:6,3:6,5:7
Samstag:
Boretti/Andersen - Melzer/Peya 3:6,2:6,7:6(5),6:4,5:7
Sonntag:
Fredrik Aarum - Oliver Marach 4:6,2:6
Stian Boretti - Konstantin Gruber 3:6,5:7
Österreich steht in der zweiten Runde, in der das ÖTV-Team vom 4. bis 6. April zu Hause auf Finnland trifft.
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