Süddeutschland: Ärgstes Schnee-Chaos des Winters
- Autobahnen von Blechlawinen verstopft
Heftige Schneefälle haben am Wochenende in Südbayern für das bisher schlimmste Verkehrschaos dieses Winters gesorgt. Bis in die späte Samstagnacht waren die Autobahnen von Blechlawinen verstopft, bilanzierte die Polizei am Sonntag. Allein auf der A 93 Rosenheim-Kufstein staute sich der Verkehr in beiden Richtung auf über 100 Kilometern.
Auch am Münchner Flughafen kam es zu stundenlangen Behinderungen. Bei Unfällen auf glatten Straßen kamen seit Freitagabend in Bayern mindestens zwei Menschen ums Leben. In den kommenden Tagen sollte sich die Lage nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) entspannen.
Das Verkehrschaos begann schon Samstag früh und verschärfte sich bei ununterbrochenen Niederschlägen in Südbayern im Tagesverlauf zunehmend. Am Vormittag waren vor allem die A 8 München-Salzburg mit 40 Kilometern Stau und die A 9 Nürnberg-München mit 45 Kilometern betroffen. Vom Münchner Autobahnring A 99 wurden 35 Kilometer Stau gemeldet.
Am Nachmittag entwickelte sich die A 93 Rosenheim-Kufstein mit insgesamt über 100 Kilometern in beiden Richtungen zur Schneefalle. Hauptursache waren Rückstaus wegen der Sperrung einer Bundesstraße hinter der Anschlussstelle Kufstein-Süd auf österreichischem Gebiet. Erst kurz vor Mitternacht entspannte sich die Lage. Am Sonntagmorgen bildeten sich jedoch auf der A 93 schon wieder neue Staus.
Im Alpenraum kam es zu weiteren Verkehrsbehinderungen, da Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt werden mussten. Eine Lawine nahe Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) blockierte am Samstagabend die Bundesstraße B 2 und die Bahnstrecke Mittenwald - Innsbruck. Verletzt wurde aber niemand.
Neben dem Winterchaos nannte die Polizei den Urlaubs- und Ausflugsverkehr sowie "Demonstrations-Tourismus" wegen der Münchner Sicherheitskonferenz als Gründe für den stockenden Verkehr.
Unfälle ereigneten sich trotz der Schneefälle kaum. "Wie sollen die Autofahrer auch verunglücken - die meisten stehen ja im Stau", sagte ein Polizeisprecher. Beim einzigen schweren Unglück starben zwei Menschen nahe dem niederbayerischen Wegscheid. Ihr nur mit Sommerreifen ausgerüsteter Wagen war am Samstagvormittag auf glatter Straße in den Gegenverkehr gerast. Auf der A 8 nahe Piding im Berchtesgadener Land rutschte ein vollbesetzter Bus mit einer dänischen Reisegruppe von der Fahrbahn. Verletzt wurde auch dort niemand.
Winterchaos auch auf dem Münchner Franz-Josef-Strauß-Flughafen: Da beide Startbahnen immer wieder wechselseitig von den Schneemassen befreit werden mussten, kam der Flugplan völlig durcheinander. Mehrere Dutzend Verbindungen wurden ganz gestrichen.
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