Bogota: 33 Tote bei Bombenanschlag auf Club!
- Über 100 zum Teil schwer verletzte Besucher
- Weitere Opfer nicht ausgeschlossen

Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Bombenanschlags auf ein Sport- und Vergnügungszentrum in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota ist auf 33 gestiegen. Die Zahl der Verletzten wurde am Samstag mit etwa 200 angegeben, berichtete die Zeitung "El Tiempo" unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Die Opfer seien unter den Trümmern des am Vorabend bei der Explosion einer Autobombe schwer beschädigten Gebäudes gefunden worden. Zunächst war von bis zu 26 Toten die Rede gewesen.
Vizepräsident Francisco Santos Calderon beschuldigte die marxistische Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) des Anschlags. Innenminister Fernando Londono bezweifelte das jedoch. Der Sprengsatz sei für die FARC zu kompliziert gewesen.
Unter den Toten sind auch sechs Kinder. Es war der schwerste Terroranschlag in Kolumbien seit dem Kampf des Medellin-Drogenkartells gegen die Regierung in den 80ern und Anfang der 90er Jahre. Das zehngeschossige Gebäude, das auch Restaurants, Saunen und Fitness-Räume beherbergte, ging bei dem Anschlag am Freitagabend in Flammen auf.
Der Club El Nogal im Norden von Bogota war ein beliebter Treffpunkt von Politikern und Geschäftsleuten. Deshalb war sofort spekuliert worden, es handle sich um einen Anschlag linksgerichteter Rebellen, die den Bürgerkrieg zunehmend vom Land in die Metropolen tragen. Die größte Guerillaorganisation, die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), hatte vor Monaten mit Anschlägen auf die Elite des südamerikanischen Landes gedroht.
Präsident Alvaro Uribe informierte sich gegen Mitternacht mit seinen Sicherheitsberatern am Tatort über die Lage. Nach einem Bericht der Tageszeitung "El Tiempo" vom Samstag rief Uribe die Weltgemeinschaft auf, die bewaffneten Gruppierungen in Kolumbien nicht länger zu dulden. Indem viele Länder Drogenkonsum und Geldwäsche tolerierten und gewalttätige Gruppen mit Waffen ausrüsteten, trügen sie zu Tragödien wie der in Bogota bei.
Die Detonation war mehrere Kilometer weit zu hören. Ein Anwohner berichtete: "Es war eine mächtige Explosion. Ich dachte zuerst, ein Flugzeug sei draußen abgestürzt." Trümmerteile fielen auf die Straße und beschädigten vorbeifahrende Autos, Decken stürzten ein. Aus dem Gebäude quollen schwarze Rauchwolken, und aus den Fenstern der oberen Stockwerke schlugen Flammen. Die Feuerwehr hatte den Brand nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle. Nach Angaben der Behörden wurden auch Gebäude in der näheren Umgebung beschädigt.
Die Verletzten wurden auf mehrere Krankenhäuser verteilt. Unter ihnen befanden sich auch Kinder. Zeugen berichteten, in dem Gebäude habe zum Zeitpunkt des Anschlags eine Ballettshow mit Kindern stattgefunden.
(Schluss) an
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