Freitag, 7. Februar 2003

SPD sinkt immer tiefer in der Wählergunst

  • Rekordtief von 22 Prozent bei Politbarometer

Nach dem Desaster bei den Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen ist die SPD im Februar noch tiefer in der Wählergunst gesunken. Nachdem die Sozialdemokraten im Jänner erstmals nur 25 Prozent Zustimmung erhalten hatten, sank der Wert im Februar auf das bisherige Rekordtief von 22 Prozent, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab.

Dagegen legten die Unionsparteien im gleichen Zeitraum von 56 Prozent auf 58 Prozent zu. Die FDP machte zwei Prozentpunkte auf insgesamt sechs Prozent im Februar gut. Die Werte für Grüne und PDS blieben unverändert bei zehn beziehungsweise drei Prozent, wie das ZDF in Mainz mitteilte.

Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, würden allerdings längerfristige Überzeugungen die Wahlentscheidung steuern. Demnach bekämen die Sozialdemokraten 30 Prozent (minus eins) und die Grünen unverändert neun Prozent. CDU/CSU und FDP würden sich um jeweils einen Prozentpunkt auf 48 Prozent beziehungsweise sechs Prozent verbessern. Damit hätte Schwarz-Gelb eine klare Mehrheit, bei einem Scheitern der PDS hätte die Union sogar die Chance einer absoluten Mehrheit. Einer Emnid-Umfrage von n-tv zufolge kämen die SPD - wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre - auf 29 Prozent, CDU/CSU auf 48 Prozent, die Grünen auf zehn, die FDP auf sechs und die PDS auf vier Prozent.

Bei der Politikerbewertung nach Leistung und Sympathie mussten laut Politbarometer fast alle zehn wichtigsten Politiker deutliche Einbußen verkraften. Besonders hart traf es den Angaben zufolge Bundeskanzler Gerhard Schröder, der mit minus 0,5 (Januar 0,0) seinen bislang schlechtesten Wert verzeichnete. Finanzminister Hans Eichel verschlechtert sich ebenfalls mit minus 0,5 (Januar minus 0,2), und auch Schlusslicht Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat mit minus 0,9 gegenüber dem Vormonat (minus 0,7) noch einmal deutlich verloren. Beliebtester Politiker blieb den Angaben zufolge Außenminister Joschka Fischer (unverändert 1,9), gefolgt von CDU-Chefin Angela Merkel mit 1,1 (Januar 1,3). Den dritten Platz belegt nach wie vor Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit 0,8 (Januar 0,9).

7.2.2003 14:06