Freitag, 7. Februar 2003

Russland lehnt zweite UNO-Resolution ab

  • Rumsfeld: Stunde der Entscheidung fast gekommen

Wenige Stunden nach der scharfen Kriegsdrohung von US-Präsident George W. Bush gegen den Irak hat Russland seinen Standpunkt bekräftigt, dass der Konflikt mit politischen Mitteln gelöst werden könne. Der russische Außenminister Igor Iwanow sagte am Freitag in Moskau, eine zweite UNO-Resolution zur Autorisierung militärischer Gewalt gegen Irak sei nicht nötig.

Eine Entscheidung über Krieg sollte nur in extremen Situationen getroffen werden. "Das Problem mit den Massenvernichtungswaffen in Irak kann mit politischen Mitteln gelöst werden", erklärte er. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sieht unterdessen die Stunde zur gewaltsamen Abrüstung des Irak fast gekommen.

Iwanow sagte, für eine politische Lösung seien alle Voraussetzungen gegeben. "Wir sehen keinen Grund, eine UNO-Resolution zu verabschieden, die Gewaltanwendung gegen Irak ins Auge fasst oder erlaubt. Wir haben immer betont, dass die Anwendung von Gewalt eine extreme Maßnahme ist, die schwere Folgen für das Land und schwerwiegende internationale Auswirkungen haben wird", sagte Iwanow. "Sie sollte nur in Extremlagen angewendet werden."

Verteidigungsminister Sergej Iwanow sagte der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Freitagsausgabe), selbst wenn im Irak Massenvernichtungswaffen gefunden würden, werde sich Moskau für eine friedliche Entwaffnung der Regierung in Bagdad einsetzen. Iwanow ist derzeit zu Gesprächen mit der italienischen Regierung in Rom.

7.2.2003 11:44