Mittwoch, 5. Februar 2003

Absturz durch Kollision mit unbekanntem Gegenstand?

  • USA ersuchen Russland um Versorgungsflüge zur ISS
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Die US-Raumfahrtbehörde NASA untersucht nach eigenen Angaben, ob der Absturz der Raumfähre "Columbia" auf eine Kollision mit einem Gegenstand im All zurückgehen könnte. Ein Sprecher der NASA sagte am Sonntag am Johnson Space Center, Radar-Aufnahmen des US-Militärs vom Tag nach dem Start zeigten einen Gegenstand, der sich langsam von der "Columbia" wegbewege.

Noch sei unklar, ob es sich um Schrott, einen kleinen Meteor oder einfach Eis aus dem Abwassersystem des Schiffs handle. "Kurz gesagt wissen wir nicht, was es ist, aber wir untersuchen es sehr genau", sagte der Sprecher.

USA ersuchen Russen um Versorgung der ISS
Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat ihre russischen Kollegen um einen weiteren Versorgungsflug zur Internationalen Raumstation ISS in diesem Jahr gebeten. Dies ist nötig, weil nach der Columbia-Katastrophe alle Starts von US-Raumfähren gestoppt wurden. "Die amerikanische Seite ist zur Finanzierung bereit", ist aus Russland zu hören. Die Vereinbarung dazu muss jedoch offenbar auf "präsidialem Niveau" zwischen Putin und Bush getroffen werden.

Columbia brach in kaum erforschter Mesosphäre auseinander
Die Raumfähre "Columbia" ist nach neuesten Erkenntnissen in einem bisher kaum erforschten Teil der Erdatmosphäre auseinander gebrochen. Das Unglück habe sich in der so genannten Mesosphäre zwischen 50 und 80 Kilometern Höhe ereignet, teilte das Raumfahrtforschungszentrum FMA in Fort Collins im US-Staat Colorado mit. Diese Schicht der irdischen Lufthülle wird von Klimaforschern auch als Ignorosphäre bezeichnet, da über sie bisher nur wenige gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

In der Mesosphäre seien in der Vergangenheit zahlreiche Himmelserscheinungen und elektrische Phänomene beobachtet worden, für die es noch keine Erklärung gebe, sagte FMA-Präsident Walt Lyons. Die extrem kalte Schicht sei nur schwer zu erforschen, da sie auf Grund ihrer Höhe nicht mit Flugzeugen und Ballons zu erreichen sei. Zur Erforschung mit Satelliten sei sie hingegen zu niedrig, und die Luft sei zu schwer.

Wegen der Anwesenheit zahlreicher freier Elektronen - oder Ionen - wird die Mesosphäre auch als Ionosphäre bezeichnet. Ob sie mit dem "Columbia"-Unglück zu tun hatten, ist laut Lyons bislang unklar: "Dort oben könnten Dinge vorgehen, von denen wir nicht die leiseste Ahnung haben und die wir einfach nicht verstehen können." Die US-Raumfahrtbehörde analysiert derzeit auch eine Amateuraufnahme, die die "Columbia" kurz vor dem Unglück in der Mesosphäre in 63 Kilometern Höhe über Kalifornien zeigt.

Einstiegsluke der Columbia entdeckt
In den Staaten Texas und Louisiana wurden unterdessen weitere Trümmerteile der Raumfähre gefunden. Darunter sind die Tür der Einstiegsluke und möglicherweise weitere Körperteile von Astronauten. Bisher wurden mehr als 12.000 Bruchstücke der Raumfähre gefunden.

5.2.2003 07:28