Londoner U-Bahn wird privatisiert
- Gegen den Willen des Bürgermeisters
- Teilprivatisierte Bahn fehleranfällig, inkompatibel und gefährlich
Die Londoner U-Bahn steht vor der Teilprivatisierung. Nach monatelangem Streit mit der britischen Regierung hat der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone am Dienstag seine Niederlage im juristischen Kampf gegen die Privatisierung eingestanden. Die Regierung strebt einen Leasingvertrag mit zwei privaten Konsortien an, der 16 Mrd. Pfund (24,4 Mrd. Euro) zur Instandsetzung des ältesten U-Bahn-Netzes der Welt einbringen soll.
Brisant ist die Privatisierung, weil ähnliche Projekte im britischen Schienenverkehr schon ins Chaos geführt haben. Tickets von einem Anbieter gelten nicht bei den anderen, die Strecken sind aus Profitgier schlecht gewartet und die Fahrpläne nicht aufeinander abgestimmt.
"Ich gebe nicht auf, aber wir wurden geschlagen", sagte Bürgermeister Livingston auf einer Pressekonferenz im Rathaus. Zwei Mal zog der sozialistische Politiker gegen die Regierungspläne vor Gericht, beide Male ohne Erfolg. Am 27. Jänner hatte er seine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof zurückgezogen. Nach seiner Ansicht gefährdet die Privatisierung die Sicherheit der U-Bahn, die täglich von drei Mio. Passagieren genutzt wird.
Das Privatisierungskonzept sieht vor, dass eine Firma der öffentlichen Hand, die London Underground Limited, die Kontrolle über den Fahrplan und die Erhebung der Fahrpreise behält. Die beiden privaten Konsortien, Metronet und Tube Lines Group, wären in den kommenden 30 Jahren für den Ausbau des gigantischen U-Bahnnetzes zuständig. Am Nachmittag war die Vorstellung der Pläne im britischen Unterhaus geplant.
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