Afrikanische Union bildet ihren eigenen Sicherheitsrat
- Sondergipfel der Afrikanischen Union in Addis Abeba eröffnet
Zum Auftakt eines Sondergipfels der Afrikanischen Union (AU) hat der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki die Teilnehmer aufgerufen, die Bildung eines Friedens- und Sicherheitsrats zu unterstützen - was sie auch umgehend taten. Das Gremium soll zur Lösung der zahlreichen Konflikte des Kontinents beitragen.
Ein außerordentlicher Gipfel der Afrikanischen Union (AU) hat sich am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba auf die Bildung eines gemeinsamen Friedens- und Sicherheitsrats geeinigt. Wie Teilnehmer nach einer Sitzung hinter verschlossenen Türen erklärten, soll der Rat mit Interventionsmacht jederzeit eigenmächtig vom AU-Vorsitzenden einberufen werden können. Mit der Aufforderung zu gemeinsamen Lösungen von Konflikten auf dem Kontinent hatte Südafrikas Präsident Thabo Mbeki die zweitägige Konferenz eröffnet.
Er forderte, dass der Sicherheitsrat nach dem Vorbild des UNO-Weltsicherheitsrats noch vor Juli zum ersten Mal tagen soll. Die 53 Mitgliedstaaten der AU müssten ihr vereintes Gewicht "für eine gerechte Weltordnung" einsetzen, sagte Mbeki als Vorsitzender der Konferenz.
Rund 1.000 Delegierte, darunter 30 Staatschefs, beraten in Addis Abeba über die Rolle des Verbunds bei der Bewältigung von Konflikten auf dem Kontinent. Dabei nimmt die jüngste Krise in der westafrikanischen Elfenbeinküste einen breiten Raum ein.
Die im vergangenen Jahr gegründete AU hat nach 39 Jahren die Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) abgelöst. Auch die Dürrekatastrophe im Süden und Westen des Kontinents und am Horn von Afrika sind Themen des Gipfels.
An Europa angelehnt
Mbeki ist der erste Präsident der AU, die im vergangenen Juli aus der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) hervorgegangen ist. Auf dem zweitägigen Sondergipfel soll der weitere Aufbau der AU in Angriff genommen werden. Die Struktur der Organisation ist weitgehend an jene der Europäischen Union angelehnt, mit einer Versammlung der Staats- und Regierungschefs, einem Ministerrat ("Exekutivrat" genannt) und einer Kommission. Der geplante Friedens- und Sicherheitsrat, ein Teil der Kommission, ist das umstrittenste Gremium. Er soll über die Sicherheit und den Frieden auf dem Kontinent wachen und ein begrenztes Recht auf Einmischung bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekommen.
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