Freitag, 7. Februar 2003

Kharrazi in Wien: Sorge wegen Irak-Konflikt

  • Teheran will Bagdad zu voller Kooperation mit der UNO drängen
  • Treffen mit Schüssel und Klestil

Der iranische Außenminister Kamal Kharrazi hat bei einem Gespräch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Freitag in Wien seiner Sorge um die "regionalen Auswirkungen im Falle eines Kriegs im Irak" auf den Iran Ausdruck verliehen. Sorgen machten dem Minister nach Angaben aus dem Bundeskanzleramt etwa die drohenden Flüchtlingsströme aus dem Nachbarland, sollte es einen Militärschlag gegen den Irak geben.

Kharrazi erklärte ferner, dass der Iran darum bemüht sei, die irakische Führung davon zu überzeugen, mit der UNO voll zu kooperieren. Auch Schüssel habe die Meinung vertreten, dass der Irak voll mit den Vereinten Nationen kooperieren müsse. Beide traten laut Bundeskanzleramt außerdem für eine friedliche Lösung des Konflikts ein.

Schüssel und Kharrazi haben einander schon mehrere Male getroffen. Zuletzt war Teherans Außenminister im März 2002 in Begleitung des iranischen Staatspräsidenten Mohammad Khatami in Wien.

Kharrazi bei Klestil
Bundespräsident Thomas Klestil und der iranische Außenminister Kamal Kharrazi sind angesichts der sich zuspitzenden Irak-Krise "über die akute Kriegsgefahr mit unabsehbaren Folgen besorgt". Klestil bekräftigte bei einem Besuch Kharrazis in Wien laut Aussendung der Präsidentschaftskanzlei den österreichischen Willen, jedwede Initiative für eine gewaltfreie Lösung des Irak-Problems zu unterstützen. Kharrazi hatte sich zuvor ebenfalls für eine diplomatische Lösung der Irak-Krise ausgesprochen.

Klestil und Kharrazi stimmten darin überein, dass der Irak dazu gebracht werden müsse, allen Verpflichtungen, die ihm in den Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates auferlegt worden sind, nachzukommen. Nur der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen könne zur Ergreifung militärischer Maßnahmen ermächtigen.

Der iranische Außenminister überbrachte eine Einladung des iranischen Präsidenten Mohammad Khatami an Klestil zu einem neuerlichen Staatsbesuch in Teheran, die der Bundespräsident angenommen hat. Khatami war vor einem Jahr zu Staatsbesuch in Österreich. Klestil hatte den Iran 1999 besucht.

7.2.2003 19:58