Schneechaos führt zu einem Engpass bei Streusalz!
- Salzstreuung auf hochrangiges Straßennetz beschränkt
Das aktuelle Schneechaos in Österreich führt zu einem Engpass beim Streusalz. Die Salinen sprechen von einer "schwierigen Situation, wie es sie noch nie gegeben hat". Mehrere Faktoren seien zusammen gekommen und haben zu Versorgungsproblemen geführt, sagte Karl Krenn, der Chef der Saline Ebensee, am Donnerstagmittag.
Erster Faktor sei, so Krenn, dass es in ganz Österreich und darüber hinaus auch in anderen Ländern wie Deutschland intensiv geschneit hat und daher der Streusalzverbrauch hoch war. Zweitens habe der noch andauernde Streik bei den französischen Salinen dazu geführt, dass die von dort georderten Lieferungen stockten. "Ein Zug mit 1.000 Tonnen Streusalz, das wir bestellt haben, steht immer noch in Frankreich", so Krenn. Generell sollten pro Tag 400 Tonnen Streusalz aus Frankreich kommen, das vor allem für Westösterreich bestimmt wäre, auf diese Lieferungen wartet man bisher vergeblich.
Drittens schließlich sei auch aus Deutschland kein Streusalz zu bekommen, weil man derzeit das "Weiße Gold" im Kampf gegen den Winter dort selbst braucht. Ebenso haben mehrere Schiffe mit Salz aus den Niederlanden Verspätung, es dürfte - so meinen die Salinen - Probleme infolge der niedrigen Wasserstände geben. Frühestens kommende Woche sei mit dem Eintreffen der Schiffsladungen zu rechnen, meinte Krenn.
Die Lager der Österreichischen Salinen selbst sind leer, mit der Streusalzproduktion von täglich rund 600 Tonnen kann man nur die wichtigsten Straßenverbindungen - vor allem das Autobahnnetz - bedienen. "Wir bemühen uns jetzt, Streusalz aus Rumänien zu bekommen, doch das ist noch nicht fix", berichtete Krenn.
Der zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter in Oberösterreich, Franz Hiesl (V), gab am Donnerstag bekannt, dass im Bundesland ab sofort nur mehr für die Autobahnen und die wichtigsten Bundesstraßen Streusalz zur Verfügung steht. Auf dem übrigen Straßennetz wird auf Splittstreuung umgestellt. "Ich ersuche die Autofahrer um Verständnis für diese notwendige Sofortmaßnahme und vor allem um erhöhte Vorsicht und Anpassung der Geschwindigkeit bei Splittstreuung", sagte Hiesl.
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