Studie: Österreicher für Milde bei Kavaliersdelikten!
- Nachsicht bei Pfusch, Schwarzarbeit & Schuleschwänzen
- Aber: Strenge bei Gewalt, Sexualdelikten & Drogenhandel
Die Österreicher interpretieren Recht und Unrecht auf ihre Art: Was Gewalttaten, Sexualdelikte, Drogenhandel und Pornographie betrifft, ist der Großteil für wesentlich härtere Strafen. Bei den sogenannten "Kavaliersdelikten" sehen es die Österreicher nicht so eng: Bei jenen Delikten, mit denen viele selbst mit dem Gesetz in Konflikt kommen könnten - etwa Pfusch oder Schwarzarbeit - plädieren die meisten für Nachsicht. Dies geht aus einer neuen IMAS-Studie hervor.
Die Österreicher sind mehr denn je davon überzeugt, daß viele Delikte bei uns zu milde geahndet werden, und daß man bei zahlreichen Verstößen gegen die Rechtsordnung strengere Maßstäbe anlegen müßte. Dies geht aus einer Studie hervor, die das IMAS-Institut im Auftrag der Universität Linz zum Problem der Schwarzarbeit durchführte. Im Rahmen dieser Erhebung wurde geprüft, bei welcher Art von Straftaten die Bevölkerung ausdrücklich ein härteres Vorgehen befürwortet und auf welche anderen man eher nachsichtiger reagieren sollte.
Scharfes Vorgehen gegen Kindesmißbrauch
Ganz besonders intensiv gefordert wird - wie bereits bei einer vorangegangenen IMAS-Erhebung vor rund vier Jahren - ein schärferes Vorgehen gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern: Mindestens drei Viertel der Erwachsenen (76 Prozent) sprachen sich dafür aus, dieses Verbrechen härter als bisher zu bestrafen. Abgesehen davon erwartet die Bevölkerung in jeweils großen Mehrheiten höhere Strafmaße bei Handel mit harten Drogen, Gewalt in der Familie, Handel mit Pornographie, Schlepperdiensten sowie bei Raubüberfällen. Zu nachsichtig sind (nach Ansicht von 39 Prozent der Österreicher) überdies die Strafbestimmungen bei alkoholisiertem Autofahren, außerdem bei Korruption oder Bestechlichkeit in hohen Stellungen und bei zehn weiteren Delikten.
Nachsicht bei "Kavaliersdelikten"
Nur in ganz wenigen Fällen tritt die Bevölkerung für ein milderes Vorgehen ein. Zu den Kavaliersdelikten zählt auch die Vergabe von Schwarzarbeit. Bestenfalls jeder
zehnte Österreicher meint, sie sollte strenger bestraft werden. Demnach hat das Pfuschen für die Bevölkerung eine ähnliche moralische Qualität, wie etwa das Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln, die unbezahlte Entnahme von Zeitungen aus den Zeitungsständern, das tolerierte Schuleschwänzen von Kindern oder die Abgabe einer unvollständigen Steuererklärung.
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