Montag, 3. Februar 2003

Grazer FP-Wahldebakel bringt Bürgerwehr in Finanznot

  • Streifentätigkeit nur bis Ende März gesichert

Der Absturz der Freiheitlichen bei der Grazer Gemeinderatswahl bringt nun auch die von der FPÖ gegründete und unterstützte Grazer Bürgerwehr in Finanznöte. Gesichert ist der Betrieb nur bis Ende März, für die Zeit danach ist, wie vom "Verein der Bürger für Schutz und Sicherheit" bestätigt wurde, die Weiterführung fraglich.

Wie Vereinsobmann und FPÖ-Gemeinderat Alexander Lozinsek am Montag auf APA-Anfrage erklärte, müsse sich "in den nächsten Tagen und Wochen" klären, wie es mit der Patrouillentätigkeit der so genannten Bürgerwehr weiter gehe. Fest stehe, dass der Hauptfinanzier, die FPÖ, nach dem 26. Jänner finanziell "nicht sehr gut dasteht". Der Verlust aller drei Stadtsenatssitze sowie von drei Vierteln der Gemeinderatsmandate (16 auf vier) bedeutet einen gewaltigen Einschnitt in Partei-Säckel, berechnet nach dem Schlüssel des Vorjahres sind es rund 160.000 Euro weniger.

In erster Linie sei es die Entscheidung der Stadtpartei, "die nun das Geld zusammenhalten muss" und von der nicht sicher sei, "ob sie sich das noch leisten wird können", so Lozinsek. Seitens des Vereines, der auf jeden Fall weiter bestehe, werde man noch schauen, ob man andere Quellen - für Ausbildung, Sachmittel wie Uniformen und Assistenzleistungen einer Security-Firma - auftun könne.

Erst im Oktober des Vorjahres war die im Mai angetretene Bürgerwehr einem Relaunch unterzogen worden: Auf Grund von Störaktionen hatte man eine Bewachungsfirma angeheuert, die seither die freiwilligen Streifen professionell verstärken. Eine Umorientierung vom Kampf gegen Drogendealer hin zu Parkwächter-Aufgaben war bereits im Sommer erfolgt.

3.2.2003 12:05