Donnerstag, 30. Jänner 2003

Deutsche Telekom spart: Österreich nicht betroffen

  • T-Mobile Austria trägt zur Konzernentschuldung bei
  • Niedermeyer nicht auf der Abverkaufsliste der Deutschen

Die tief greifenden Sparmaßnahmen bei der Deutschen Telekom bringen den Töchtern des T-Konzerns in Österreich vorerst keine groben Einschnitte. Sowohl die hiesige Mobilfunktochter T-Mobile Austria als auch der System- und Netzwerkanbieter T-Systems Austria schließen einen Personalabbau oder Anteilsverkäufe aus.

Die 1.800 bis 1.900 Mitarbeiter von T-Mobile Austria seien vom angekündigten Personalabbau im Konzern nicht betroffen. "Wir leisten unseren Teil zur Entschuldung des Gesellschafters in Form eines sehr positiven Cash-Flows", sagte T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl Mittwochabend am Rande einer internationalen Pressekonferenz vor Journalisten in Berlin.

Niedermeyer
Einen Verkauf der Handelskette Niedermeyer, zu 100 Prozent im Eigentum von T-Mobile Austria, wird es laut Pölzl nicht geben: "Niedermeyer gehört nicht zu den Abverkaufsüberlegungen der Deutschen Telekom."

Sparkurs bekräftigt
Der Chef des Deutsche Telekom-Konzerns, Kai-Uwe Ricke, hatte davor das Sparprogramm der Deutschen Telekom bekräftigt, wonach allein in Deutschland 30.000 Mitarbeiter abgebaut werden sollen. Außerdem sollen im Rahmen eines "6 plus 6"-Programms 6 Mrd. Euro aus Gewinnen im Festnetz, Mobilfunk und Internet sowie weitere 6 Mrd. Euro aus der Trennung von nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereichen zum Schuldenabbau aufgebracht werden.

Wie viel T-Mobile Austria von seinen Gewinnen an den Konzern abliefern muss, wollte Pölzl nicht verraten. Er betonte aber, dass der Konzern im Gegenzug auch hohe Investitionen in Österreich geleistete habe - in die neue Mobilfunkgeneration UMTS etwa in Summe rund 1 Mrd. Euro. T-Mobile Austria will "gut abgestimmt" mit der deutschen Konzernmutter im dritten Quartal mit UMTS starten. Exakten Starttermin gibt es noch keinen.

Die Tochter Niedermeyer mit seinen 126 Filialen bezeichnete Pölzl als Teil des künftigen Kerngeschäfts. Die Marke stehe vor allem für Telefonie und Fotografie. Heute habe Niedermeyer zwar noch Elemente, die nicht zum Kerngeschäft zählten. Die digitale Fotografie wachse aber zunehmenden in die Mobilfunkbranche hinein, betont Pölzl.

T-Mobile-Shops
Keinen Ersatz sieht Pölzl in den Niedermeyer-Filialen für die 46 österreichischen T-Mobile-Shops. Während die Niedermeyer-Filialen reine Verkaufsstellen seien, entwickelten sich die hauseigenen Shops zu Kunden- Anlaufstellen mit zunehmendem Service-Charakter. Bereits zwei Drittel der Aktivitäten in den T-Mobile Austria-Shops seien Serviceleistungen, so Pölzl.

Weitere Informationen:

  • Telekom-Website
  • T-Mobile-Website

    30.1.2003 09:13