UTA blieb 2002 leicht unter Erwartungen
- Zukäufe vor Sommer möglich
- Weiterer Preisverfall im Datengeschäft erwartet
Der Wiener Telekom- und Internetanbieter UTA Telekom AG ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 auf Grund des schwierigen Marktumfelds bei Umsatz und Ertrag leicht unter den ursprünglichen Erwartungen geblieben. 2003 sei ein weiteres Wachstum im Internet- und Telefonbereich bei Geschäfts- und Privatkunden - organisch und durch Zukäufe - geplant, sagten die beiden UTA-Vorstände Romed Karre und Johannes Schwertner. Die Chancen für eine Akquisition noch vor dem Sommer lägen bei über 50 Prozent.
Als Objekte der Begierde nennen die Vorstände Telefon- und Internetfirmen mit einem Mindestumsatz von 8 Mio. Euro. Der zum norwegischen Telekomkonzern Telenor gehörende Internetbetreiber Nextra, der kürzlich Branchenkreisen zufolge an den US-Investor Jordan Industries verkauft wurde, sei für die UTA jedenfalls nicht interessant gewesen, weil der angebliche Kaufpreis von zwei bis vier Mio. Euro zu hoch gewesen sei, betonte Schwertner. Ebenso wenig sei die UTA an einer Übernahme der in den Konkurs geschlitterten Profinet interessiert. Allerdings rechne man damit, dass "laut Marktanteilslogik" 30 Prozent der Profinet-Kunden nach der Netzabschaltung durch die Telekom Austria zur UTA wechseln müssten.
Preisverall im Mietleitungsgeschäft
Der Umsatz der UTA stieg 2002 laut vorläufigen Berechnungen um 6 Prozent auf 248,2 Mio. Euro. Im November 2002 war die UTA noch von einem Umsatz von 252 Mio. Euro ausgegangen, ursprünglich waren 268 Mio. Euro erwartet worden. Der Grund für die niedrigere Wachstumsrate liege vor allem im Preisverfall im Mietleitungsgeschäft mit anderen Telekomunternehmen sowie im Großkundengeschäft, erläuterte Schwertner: "Die Preise haben sich in den vergangenen zwei Jahren geviertelt". Während der Umsatz im Privat- und Businessbereich um 10,4 Prozent gestiegen sei, sei der Umsatz im Carriergeschäft um 3 Prozent zurückgegangen.
Telefonie: Preistief erreicht
Im Telefoniebereich sei das Preistief nun erreicht, im Datenbereich seien durch die "massiven Überkapazitäten am Glasfaserkabelmarkt" heuer noch weitere Preissenkungen zu erwarten, meint Karre. 44 Prozent des UTA-Umsatzes entfielen 2002 auf den Geschäftskundenbereich, 35 Prozent auf Privatkunden, 21 Prozent auf das Carriergeschäft.
2002: Profitibilitäts-Turnaround geschafft
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im Vorjahr vorläufigen Berechnungen zufolge bei minus 10,6 Mio. Euro, im November 2002 hatte das Unternehmen noch mit minus 8 Mio. Euro gerechnet. Ende 2001 hatte das EBITDA 63 Mio. Euro betragen. "Wir haben 2002 den Profitabilitäts-Turnaround geschafft", bemerkte Schwertner. Die UTA sei seit Juli 2002 EBITDA-positiv, der Cash-Flow-Break Even werde für das Halbjahr 2003 erwartet.
Das EBITDA für 2002 liege wegen des leicht schwächeren Umsatzes und auf Grund von Rückstellungen im einstelligen Millionen-Euro-Bereich für mögliche Forderungen der Telekom Austria aus der Universaldienstverordnung unter den ursprünglichen Erwartungen, erläuterte Karre. Allerdings halte man Forderungen der TA für das Jahr 1999 aus der Universaldienstverordnung für "unberechtigt und nicht nachweisbar".
2003: Umsatzplus von 7% geplant
Für das laufende Geschäftsjahr plant die UTA ein Umsatzplus von 7 Prozent auf rund 266 Mio. Euro: "Das ist die unterste Latte", so Schwertner. Das EBITDA soll von minus 10,6 Mio. Euro auf plus 11,2 Mio. Euro drehen. Die UTA-Eigentümer - die Landesenergieversorger und Raiffeisen - würden der UTA heuer noch 10 bis 15 Mio. Euro zuschießen, dann sei das Unternehmen ausfinanziert.
UTA-Kundenzahlen
Ende 2002 hatte die UTA 460.000 Telefon- und 330.000 Internetkunden, davon 15.000 ADSL-Kunden. Bis Ende 2003 soll die Zahl auf 530.000 Telefon- und 350.000 Internetkunden - davon 21.000 ADSL-Kunden - steigen. Ab dem Sommer 2003 will die UTA damit starten, umsatzstarke Privatkunden zu entbündeln. Die Mitarbeiterzahl soll mit 613 Beschäftigten stabil bleiben bzw. im Vertriebsbereich leicht steigen. Die testierte Bilanz für 2002 will die UTA in der zweiten Märzwoche vorlegen.
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