Dienstag, 28. Jänner 2003

UMTS-Forum erwartet Gewinne erst 2010

  • Durchbruch könnte bei Fußball-WM kommen

Mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS wird nach Einschätzung des internationalen Branchenverbandes UMTS-Forum erst 2010 Geld zu verdienen sein. "Bei den Gewinnerwartungen müssen wir vernünftigerweise von einem Zeitraum von sieben bis zehn Jahren ausgehen", so Verbandspräsident Bernd Eylert am Dienstag in Berlin. UMTS sei ein "langfristiges Geschäft".

Eylert gestand ein, dass viele in der UMTS-Branche vor einigen Jahren überzogene Erwartungen gehegt hätten. "Die Hoffnung, dass in drei oder fünf Jahren Gewinne zu machen sind, gibt es heute nicht mehr." Realistisch sei der Termin 2010. "Alles, was früher kommt, wäre ein Riesenerfolg." Das Forum erwartet, dass im Jahr 2010 jeder dritte Mobil-Telefonierer die Technik UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) nutzen wird. Dies wären weltweit rund 700 Millionen Menschen.

König Fußball soll's richten
In Europa erhofft sich die Branche den Durchbruch mit der nächsten Fußball-WM, die 2006 in Deutschland stattfindet. "Mit der Nutzung von multifunktionalen Diensten rund um den Fußball wird ein Massenmarkt entstehen", sagte Eylert. In Deutschland wollen in diesem Jahr die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile, der Mobilfunk-Weltmarktführer Vodafone sowie E-Plus und O2 mit eigenen Netzen an den Start gehen. Die Mobilfunk-Unternehmen hatten bei der Versteigerung mehr als acht Milliarden Euro für eine Lizenz gezahlt.

Dem internationalen UMTS-Forum mit Sitz in London gehören rund 200 Unternehmen, Verbände und Regierungsstellen an. Eylert leitete das Forum seit vier Jahren. Er gibt sein Amt in diesem Monat ab und kehrt zur Deutschen Telekom zurück.

28.1.2003 14:29